Auskühlen
Auskühlen nennt man das rasche Abkühlen des erlegten und aufgebrochenen Wildkörpers, damit das Wildbret nicht verhitzt.
Ein frisch erlegtes Stück hat innen noch fast Körpertemperatur, und Wärme lässt Bakterien rasch wachsen. Deshalb wird es so schnell wie möglich aufgebrochen. Die Bauchhöhle hält man offen, indem man die Bauchwand aufschärft und mit einem Stock auseinandersperrt; Jäger nennen das Lüften. Bei starkem Schwarzwild, das unter der dicken Feistschicht besonders langsam abkühlt, helfen zusätzliche Schnitte zwischen Schulterblättern und Rippen.
Danach hängt das Stück schattig und luftig, damit es auskühlt und die Körperhöhlen abtrocknen. Hasen und anderes Kleinwild werden nebeneinander aufgehängt statt gestapelt. Für Wild, das abgegeben wird, schreibt das Hygienerecht vor, dass Großwild alsbald auf eine Innentemperatur von höchstens 7 °C abgekühlt ist, Kleinwild auf höchstens 4 °C. In der Decke kühlt ein Stück deutlich langsamer aus; bei einem starken Hirsch kann das selbst in der Kühlzelle mehr als einen Tag dauern.