Anschuss · Jägersprache
Schweißfährte
auch: Wundfährte, Rotfährte, Schweissfährte
Die Schweißfährte ist die Fährte eines angeschossenen Stückes Wild, das auf seiner Flucht Schweiß (jägersprachlich für Blut) und andere Pirschzeichen hinterlässt; sie wird auch Wundfährte oder Rotfährte genannt.
Was bedeutet „Schweißfährte“?
In der Jägersprache heißt das Blut des Wildes Schweiß. Die Schweißfährte ist folglich die Spur, die ein verletztes, also krankes Stück vom Anschuss bis zu seinem Wundbett oder dem Ort seines Verendens zieht. Gleichbedeutend spricht man von Wundfährte oder Rotfährte. Der Begriff gehört vor allem zum Schalenwild, denn auf dessen Fährte arbeiten Schweißhunde und andere Nachsuchenhunde. Ob die Fährte gut zu halten ist, hängt stark davon ab, wie viel Schweiß das Stück verliert. Ein Geschoss mit Ausschuss hilft dabei: Durch die zweite Wunde tritt mehr Schweiß aus, und die Fährte wird deutlicher.
Arbeit auf der Wundfährte
Jede Suche beginnt am Anschuss. Dort werden Schusszeichen und Pirschzeichen beurteilt, der Anschuss wird mit einem Bruch markiert und die Fluchtrichtung mit dem Fährtenbruch angezeigt. Dann folgt eine Wartezeit, die je nach Sitz der Kugel von einer halben Stunde bis zum nächsten Morgen reichen kann. Anschließend führt der Hundeführer den Hund am Schweißriemen auf der Fährte; diese Riemenarbeit ist kontrollierter als eine freie Suche. Wer ohne Hund unruhig umherläuft, vertritt die Fährte und kann das kranke Stück erneut hochmachen. Wenig Schweiß, Hitze, Frost oder lange Stehzeit erschweren die Arbeit so sehr, dass ein erfahrenes Schweißhundegespann gerufen werden sollte.
Störungen auf der Fährte und künstliche Prüfungsfährten
Zwei Begriffe beschreiben typische Schwierigkeiten. Widergänge entstehen, wenn das kranke Stück auf seiner eigenen Wundfährte zurückzieht und so die Verfolger täuscht. Eine Verleitfährte stammt dagegen von gesundem Wild und kreuzt die Wundfährte; der Hund soll sich davon nicht ablenken lassen. Für Ausbildung und Brauchbarkeitsprüfung werden künstliche Fährten gelegt, oft mit einem Fährtenschuh, an dem ein Stück Wildlauf befestigt ist. Die geforderte Länge regelt die jeweilige Prüfungsordnung: Für Mecklenburg-Vorpommern nennt der Fragenbestand 600 m als Übernachtfährte, für Hessen mindestens 400 m.
„Schweißfährte“ in der Jägerprüfung
Geprüft werden vor allem Synonyme wie Rot- und Wundfährte, die Begriffe Widergang und Verleitfährte sowie die Riemenarbeit als Führung des Hundes auf der Fährte. Hinzu kommen Details aus den Brauchbarkeitsprüfungen, etwa Fährtenlängen, die verwendete Schweißmenge oder der Fährtenschuh. Häufiger Fehler: Widergang und Verleitfährte zu vertauschen. Beim Widergang läuft das kranke Stück selbst zurück, die Verleitfährte kommt von einem anderen, gesunden Stück.
Häufige Fragen zu „Schweißfährte“
Was ist der Unterschied zwischen Schweißfährte und Rotfährte?
Es gibt keinen. Beide Wörter bezeichnen, ebenso wie Wundfährte, die Fährte eines angeschweißten Stückes Wild.
Warum geht man eine Schweißfährte nicht selbst ab?
Wer unruhig sucht, vertritt die Fährte und kann das kranke Stück erneut aufscheuchen. Besser ist es, den Anschuss zu verbrechen und einen Hund am Riemen arbeiten zu lassen.
Wofür braucht man einen Fährtenschuh?
Mit dem Fährtenschuh werden künstliche Schweißfährten für Ausbildung und Prüfung gelegt. An dem Schuh wird ein Teil eines Wildlaufs befestigt, sodass die Fährte einer echten Wildfährte ähnelt.
„Schweißfährte“ kommt in 18 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Anschuss und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- AnschussDer Anschuss ist in der Jägersprache die Stelle, an der das Wild stand, als es beschossen wurde. Hier sucht der Jäger nach Pirschzeichen, und hier beginnt jede Nachsuche.
- NachsucheDie Nachsuche ist die Suche nach krankgeschossenem Wild mit einem ausgebildeten Jagdhund, meist einem Schweißhund. Sie ist Pflicht des Jägers und soll das Leiden des Stückes schnell beenden.
- SchweißSchweiß ist in der Jägersprache das Blut des Wildes; Farbe und Beschaffenheit am Anschuss verraten die Trefferlage.
- PirschzeichenPirschzeichen sind die Spuren, die beschossenes Wild am Anschuss und auf seiner Fluchtfährte hinterlässt, etwa Schweiß, Haare, Knochensplitter oder Panseninhalt.
- SchweißhundEin Schweißhund ist ein Jagdhund, der auf die Nachsuche nach krankgeschossenem Schalenwild spezialisiert ist; klassische Rassen sind der Hannoversche Schweißhund, der Bayerische Gebirgsschweißhund und die Alpenländische Dachsbracke.
- WundbettDas Wundbett ist in der Jägersprache die Stelle, an der sich ein krankgeschossenes Stück Wild während der Flucht niedergetan hat, also sein Liegeplatz nach dem Treffer.
- BruchEin Bruch ist in der Jägersprache ein von Hand abgebrochener grüner Zweig bestimmter Holzarten, der als stilles Verständigungs- oder Ehrenzeichen dient.
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