Hirschtrüffel
Hirschtrüffeln sind unterirdisch wachsende Pilze mit knolligen, warzigen Fruchtkörpern, die Wildschweine gern fressen und die viel radioaktives Cäsium anreichern.
Am häufigsten ist die Warzige Hirschtrüffel. Ihre rundlichen Fruchtkörper von etwa zwei bis fünf Zentimetern haben eine gelbbraune, körnig-warzige Außenhaut und im reifen Zustand eine pulvrige, violettschwarze Sporenmasse. Sie wachsen das ganze Jahr über verborgen im Waldboden. Als Mykorrhizapilze leben Hirschtrüffeln in Lebensgemeinschaft mit den Wurzeln von Waldbäumen, etwa Fichten und Kiefern. Mit den Speisetrüffeln sind sie nicht näher verwandt.
Wildschweine spüren die Knollen auf und brechen sie aus, auch Rot- und Rehwild fressen sie. Hirschtrüffeln speichern Cäsium-137 aus dem Fallout von Tschernobyl und der oberirdischen Kernwaffenversuche, ihre Werte liegen um mehr als das Zehnfache über denen von Speisepilzen. Deshalb ist Wildschweinfleisch in stärker belasteten Gegenden, vor allem in Südbayern, im Bayerischen Wald und in Teilen Oberschwabens, bis heute deutlich höher belastet als das anderer Wildarten. Wildbret mit mehr als 600 Becquerel Cäsium-137 je Kilogramm darf nicht in den Handel gebracht werden.
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