Radiocäsium
Radiocäsium ist radioaktives Cäsium, vor allem Cäsium-137, das seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 in manchen Gegenden das Wildbret belastet.
Cäsium-137 hat eine Halbwertszeit von rund 30 Jahren und hält sich in der Humusschicht von Waldböden besonders lange. Ein Teil stammt auch aus den oberirdischen Kernwaffentests der 1950er und 1960er Jahre. Über Pilze und Pflanzen gelangt es ins Wild und reichert sich in der Muskulatur an. Am stärksten betroffen ist Schwarzwild, das im Herbst und Winter im Boden nach Hirschtrüffeln bricht, die viel Cäsium speichern. Reh- und Rotwild sind meist geringer belastet.
Wildbret mit mehr als 600 Becquerel je Kilogramm darf nicht in den Verkehr gebracht werden; verantwortlich dafür ist, wer es abgibt. In stärker belasteten Gebieten, vor allem in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs, lassen Jäger Wildschweine deshalb vor der Abgabe messen. Für die Messung braucht man Muskulatur ohne Fett. Durch Kochen oder Einfrieren lässt sich die Radioaktivität nicht zerstören.