Jagdpraxis
Schrotschuss
auch: Flintenschuss
Der Schrotschuss ist der Schuss mit einer Schrotpatrone aus der Flinte, bei dem viele kleine Kugeln als Garbe wirken; waidgerecht ist er auf höchstens 35 Meter.
Was ist ein Schrotschuss?
Beim Büchsenschuss bringt ein einzelnes Geschoss seine Wirkung an einem Punkt an. Der Schrotschuss funktioniert anders: Aus der Flinte fliegt eine Garbe vieler kleiner Kugeln, und die Wirkung entsteht durch die Deckung, also die Zahl der Schrote, die gleichzeitig und gleichmäßig verteilt auf das Ziel treffen. Die schnelle Tötung beruht in der Regel auf dem Schock. Der Schrotschuss ist die Basis der Niederwild- und Flugwildjagd. Auf Schalenwild ist er nach Bundesjagdgesetz verboten, auch als Fangschuss; einzelne Länder wie Nordrhein-Westfalen lassen den Fangschuss mit Schrot jedoch zu. Als Erleger gilt beim Schrotschuss der Jäger, dessen Schuss das Stück tödlich getroffen hat.
Entfernung, Schrotstärke und Choke
Als waidgerechte Entfernung gelten 10 bis höchstens 35 m; wer weiter schießt, handelt unwaidmännisch. Das Schätzen dieser Distanz sollte man regelmäßig üben. Die Schrotstärke richtet sich nach dem Wild: etwa 2,5 mm für Schnepfe und Taube, 3,0 bis 3,5 mm für Fasan, 3,5 mm für Ente und Krähe, 3,5 bis 4,0 mm für Hase, Fuchs und Gans. Zu feines Schrot auf starkes Wild führt zu Krankschüssen, zu grobes Schrot auf kleines Wild zu schlechter Deckung. Ein Skeetchoke öffnet die Garbe stark und passt für Schüsse auf 10 bis 15 m. Das Hintergelände ist bis zu einer Entfernung gefährdet, die sich als Schrotdurchmesser in Millimetern mal 100 m abschätzen lässt.
Mitschwingen statt Zielen
Die Flinte wird nicht wie eine Büchse gezielt, sondern angeschlagen und mitgeschwungen. Das Auge bleibt auf dem Wild, die Flinte kommt flüssig an die Schulter, die Mündung folgt der Bewegung, überholt das Wild und gewinnt so das Vorhaltemaß; im richtigen Moment wird abgedrückt und weitergeschwungen. Wer im Schuss anhält, schießt dahinter. Beim Hasen gelten Faustregeln: quer flüchtend etwa eine Hasenlänge vor dem Äser, spitz weg auf die Löffelspitzen, spitz zu auf die Vorderläufe. Schüsse auf den in der Sasse liegenden Hasen sind nicht waidgerecht.
„Schrotschuss“ in der Jägerprüfung
Die 35-Meter-Grenze ist die wichtigste Zahl; Antworten mit größerer Entfernung sind stets falsch. Daneben werden die Zuordnung von Schrotstärken, die Schwungtechnik, der Begriff Deckung, der Skeetchoke und die Gefährdungsreichweite geprüft. Beim Federwild müssen die Schusszeichen Himmeln, Geflügelt und Geständert sicher auseinandergehalten werden – geflügeltes Wild lebt noch, kann schnell laufen und geht ohne rasches Nachsetzen verloren.
Häufige Fragen zu „Schrotschuss“
Wie weit darf man mit Schrot schießen?
Waidgerecht ist der Schrotschuss auf 10 bis höchstens 35 m. Größere Entfernungen gelten als unwaidmännisch; deshalb sollte man die 35 m im Gelände sicher schätzen können.
Wie weit gefährdet ein Schrotschuss das Hintergelände?
Als Faustformel gilt: Schrotdurchmesser in Millimetern mal 100 ergibt die Gefährdungsweite in Metern. Bei 3,5-mm-Schrot sind das rund 350 m.
Was bedeutet Deckung beim Schrotschuss?
Unter Deckung versteht man die Zahl der Schrote, die gleichzeitig und gleichmäßig verteilt auf dem Ziel ankommen. Sie hängt von Entfernung, Choke und Schrotstärke ab.
„Schrotschuss“ kommt in 40 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdpraxis und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- SchrotgarbeDie Schrotgarbe ist die kegelförmige Wolke aus Schroten, die sich nach dem Verlassen des Flintenlaufs ausbreitet; ihre Dichte und Breite bestimmen die Wirkung des Schrotschusses.
- SchrotpatroneEine Schrotpatrone ist die Munition der Flinte: In einer meist aus Kunststoff gefertigten Hülse liegen Pulver, Pfropfen und viele kleine Metallkugeln, die Schrote.
- FlinteEine Flinte ist eine Jagdwaffe mit glattem, zuglosem Lauf. Sie verschießt vor allem Schrot für Niederwild und Flugwild, daneben Flintenlaufgeschosse als Einzelgeschosse.
- ChokeDer Choke, deutsch Würgebohrung, ist eine Verengung des Flintenlaufs an der Mündung, mit der die Streuung und Deckung der Schrotgarbe gesteuert wird.
- BüchsenschussDer Büchsenschuss ist der Schuss mit einem Einzelgeschoss aus einem gezogenen Lauf; auf Schalenwild zielt er als Kammerschuss auf Herz und Lunge hinter dem Blatt.
- KugelfangAls Kugelfang bezeichnet man einen Hintergrund hinter dem Wild, der ein Geschoss zuverlässig stoppt, etwa einen ansteigenden Hang oder Erdwall; fehlt er, unterbleibt der Büchsenschuss.
- FeldhaseDer Feldhase (Lepus europaeus) ist ein Niederwild der offenen Kulturlandschaft aus der Ordnung der Hasenartigen. Er ist kein Nagetier, ruht in einer oberirdischen Sasse und bringt behaarte, sehende Junge zur Welt.
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