Jagdpraxis
Jagdart
auch: Jagdarten
Eine Jagdart ist die Form, in der die Jagd praktisch ausgeübt wird – etwa als Ansitz, Pirsch, Treib- oder Drückjagd, Baujagd oder Beizjagd –, jeweils mit eigenem Zweck, Ablauf und eigenen Sicherheitsregeln.
Was ist eine „Jagdart“?
Jagdarten gehören zum Jagdbetrieb, also zur praktischen Organisation und Durchführung der Jagd. Grob unterscheidet man die Einzeljagd, bei der ein Jäger allein jagt, von der Gesellschaftsjagd mit mehreren Schützen, zu der auch die Bewegungsjagden zählen. Innerhalb dieser Gruppen gibt es zahlreiche spezielle Formen, die sich nach Wildart, Gelände und Jahreszeit richten. Für jede gilt: Man muss ihren Zweck, den Ablauf, die Risiken und die Sicherheitsregeln erklären können, nicht bloß den Namen kennen. Das Jagdrecht kennt zudem verbotene Jagdarten, die als sachliche Verbote geregelt sind.
Die wichtigsten Jagdarten im Überblick
Der Ansitz ist in vielen Revieren die häufigste und ruhigste Form: Der Jäger wartet auf Kanzel, Leiter, Schirm oder Sitzstock und kann Wild in Ruhe ansprechen und gezielt mit der Kugel beschießen. Die Blattjagd ist eine Lockjagd auf den Rehbock während der Blattzeit. Treibjagd und Kesseltreiben sind klassische Gesellschaftsjagden, das Kesseltreiben ist es immer. Bei Drückjagden eignet sich besonders eine Bockbüchse. Speziell sind die Baujagd, bei der der Hund im Bau vorliegt und Laut gibt, das Frettieren, das ausschließlich Kaninchen gilt, das Ausneuen als Jagd auf den Marder und die Beizjagd mit Greifvögeln.
Hunde, Sicherheit und Wildart
Welcher Hund eingesetzt wird, hängt von Wildart, Gelände, Jagdart und dem gesetzlich geforderten Brauchbarkeitsnachweis ab. Bei jeder Such-, Drück- und Treibjagd müssen brauchbare Jagdhunde vorhanden sein; der Vorstehhund wird bevorzugt bei der Suche geführt. Für die Wildarten nennen die Lernartikel typische Kombinationen: Rot-, Dam- und Schwarzwild werden vor allem an- oder erpirscht oder auf Bewegungsjagden bejagt, beim Rehwild kommt die Blattjagd hinzu. Unabhängig von der Jagdart müssen vor dem Schuss Wildart, Stück, Hintergrund und Kugelfang eindeutig feststehen.
„Jagdart“ in der Jägerprüfung
Der Begriff gehört zu den am häufigsten geprüften überhaupt. Typisch sind Zuordnungsaufgaben: welche Jagdart immer eine Gesellschaftsjagd ist, welche nur auf Kaninchen oder speziell auf Marder ausgeübt wird, was eine Beizjagd ist oder bei welcher Form der Hund vorliegt und Laut gibt. Hinzu kommen Fragen, wann brauchbare Hunde mitzuführen sind und welche Waffe zu welcher Jagdart passt. Fehler entstehen oft durch Verwechseln von Treibjagd, Kesseltreiben und Drückjagd.
Häufige Fragen zu „Jagdart“
Welche Jagdart ist immer eine Gesellschaftsjagd?
Das Kesseltreiben. Auch die Treibjagd gilt als typische Form der Gesellschaftsjagd.
Was ist Frettieren?
Eine Jagdart, die ausschließlich auf Wildkaninchen ausgeübt wird. Ein Frettchen wird in den Bau geschickt und bringt die Kaninchen dazu, ihn zu verlassen.
Was ist die ruhigste Jagdart?
Der Ansitz. Er erlaubt sicheres Ansprechen und einen gezielten Büchsenschuss, wobei Wind, Licht, Wechsel und Kugelfang über den Erfolg entscheiden.
„Jagdart“ kommt in 95 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdpraxis und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- AnsitzjagdDie Ansitzjagd, kurz Ansitz oder Anstand, ist eine Einzeljagd, bei der der Jäger an einem festen Platz wie Kanzel, Leiter oder Schirm auf Wild wartet, statt es aufzusuchen oder treiben zu lassen.
- PirschPirsch ist eine Einzeljagdart, bei der der Jäger das Revier leise und langsam gegen oder quer zum Wind begeht, um sich dem Wild unbemerkt zu nähern.
- DrückjagdDie Drückjagd ist eine Bewegungs- und Gesellschaftsjagd vor allem auf Schalenwild, bei der wenige Treiber und Hunde das Wild ruhig in Bewegung bringen, sodass es vertraut an Schützen auf festen Ständen vorbeizieht.
- TreibjagdEine Treibjagd ist eine Gesellschaftsjagd, bei der Treiber und Hunde das Wild kräftig in Bewegung bringen und auf die Schützen zu treiben – klassisch auf Niederwild wie Hase oder Fasan.
- GesellschaftsjagdEine Gesellschaftsjagd ist eine Jagd, bei der mehrere Jäger und Helfer organisiert unter einem Jagdleiter zusammenwirken. Typische Formen sind Treibjagd, Kesseltreiben und Drückjagd.
- Sachliches VerbotSachliche Verbote sind die in § 19 BJagdG aufgezählten Jagdmethoden, Munitionsarten und Hilfsmittel, deren Einsatz bei der Jagd untersagt ist.
- VorstehhundEin Vorstehhund ist ein vielseitiger Jagdhund, der Wild in weiter Suche findet und durch Vorstehen anzeigt. Sein Haupteinsatz ist die Niederwildjagd im Feld, wobei er vor und nach dem Schuss arbeitet.
- BlattzeitBlattzeit ist das Jägerwort für die Brunft, also die Paarungszeit, des Rehwilds; sie fällt in den Sommer, meist von Mitte Juli bis Mitte August.
Weitere Begriffe aus Jagdpraxis
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