Totenwacht
Als Totenwacht bezeichnet man den Brauch, beim erlegten Stück eine Zeit lang still zu verweilen und ihm so die letzte Ehre zu erweisen.
Der Jäger hält dabei schweigend inne. Wie lange und in welcher Form das geschieht, ist nicht festgelegt. Das Versorgen darf darunter nicht leiden, denn Schalenwild ist so schnell wie möglich aufzubrechen, damit das Wildbret nicht verhitzt.
Anders als Brüche, Jagdsignale oder das Streckelegen ist die Totenwacht kein altes Brauchtum; sie hat sich erst in den letzten Jahrzehnten eingebürgert.
Verwandte Begriffe
Jagdliches BrauchtumJagdliches Brauchtum umfasst die überlieferten Sitten, Zeichen und Rituale der Jäger, von der Jägersprache über Brüche und Jagdsignale bis zur Strecke.Letzter BissenDer Letzte Bissen ist ein kleiner Bruch, den der Jäger dem erlegten Schalenwild als Zeichen der Achtung quer in den Äser oder ins Gebrech legt.InbesitznahmebruchDer Inbesitznahmebruch ist ein Bruch, den der Erleger auf die linke Körperseite des erlegten Stückes legt, zum Zeichen, dass er es in Besitz genommen hat.VerhitzenVerhitzen nennt man in der Jägersprache den Verderb von Wildbret, wenn ein erlegtes Stück zu spät aufgebrochen wird oder nicht ausreichend auskühlt.AufbrechenAufbrechen nennt der Jäger das Öffnen der Bauch- und Brusthöhle eines erlegten Stückes, vor allem beim Schalenwild, und das Herausnehmen der inneren Organe.