Leittrieb
Der Leittrieb ist der oberste, senkrecht wachsende Trieb an der Spitze eines Baumes, der das Höhenwachstum bestimmt.
Er wächst aus der Endknospe des Stammes, bei jungen Nadelbäumen wie Fichte und Tanne gut erkennbar als gerade Spitze über dem obersten Astquirl. Die Seitentriebe darunter bleiben ihm untergeordnet. Geht der Leittrieb verloren, übernimmt meist ein Seitentrieb seine Aufgabe; dabei entstehen oft krumme Stämme oder Zwiesel, also Stämme mit zwei Spitzen.
Für die Beurteilung von Wildschäden im Wald ist der Leittrieb entscheidend. Verbeißt Schalenwild ihn, verliert der junge Baum einen Jahreszuwachs an Höhe und bleibt länger in Reichweite des Wildes, sodass er erneut verbissen werden kann; wiederholter Verbiss lässt ihn verkrüppeln oder absterben. Verbiss an Seitentrieben wiegt meist weniger schwer. Geschützt wird der Leittrieb etwa mit Schafwolle, Verbissschutzmitteln oder Drahthosen.