Gamsblindheit
Die Gamsblindheit ist eine ansteckende bakterielle Augenentzündung von Gams- und Steinwild, die bis zur Erblindung führen kann.
Fachlich heißt sie infektiöse Keratokonjunktivitis; Erreger ist meist das Bakterium Mycoplasma conjunctivae. Es wird durch direkten Kontakt und durch Fliegen von Auge zu Auge getragen und stammt wohl ursprünglich von Hausschafen und Hausziegen. Auch Muffelwild kann erkranken.
Zunächst tränen die Augen stark, sodass sich eine deutliche Tränenrinne bildet; Lider und Bindehaut schwellen an, die Hornhaut trübt sich weißlich bis bläulich ein. Erkrankte Stücke äsen wenig, haben ein starkes Ruhebedürfnis und finden sich schlecht zurecht, erblindete Gams stürzen im Fels oft ab. Viele erholen sich nach einigen Wochen wieder. Das Wildbret ist in der Regel genusstauglich, weil nur die Augen betroffen sind; hat das Stück vor dem Schuss auffälliges Verhalten gezeigt, muss es vor der Verwertung aber amtlich untersucht werden. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich.