Hege & Naturschutz

Nicht-jagdbare Säugetiere

Neben den jagdbaren Wildarten leben im Revier zahlreiche Säugetiere, die nicht dem Jagdrecht unterliegen. Sie sind ökologisch bedeutsam, streng oder besonder…

ca. 7 Min. Aktualisiert am 10.6.2026 Redaktion & Prüfung

Neben den jagdbaren Wildarten leben im Revier zahlreiche Säugetiere, die nicht dem Jagdrecht unterliegen. Sie sind ökologisch bedeutsam, streng oder besonders geschützt – und für Jäger in Prüfung und Praxis relevant.

Igel (Erinaceus europaeus)

  • Ca. 8.000 Stacheln (modifizierte Haare aus Keratin) – einzige Verteidigungswaffe
  • Nachtaktiv; Winterschlaf Oktober bis April (Körpertemperatur sinkt auf ca. 5 °C)
  • Nahrung: Insekten, Schnecken, Regenwürmer, Mäuse – wichtiger Schädlingsvertilger
  • Besonders geschützt nach §44 BNatSchG
  • Gefährdung: Mähroboter (größtes aktuelles Risiko!), Straßenverkehr, Gartenchemie, Laubbläser
  • Revierrelevanz: Igel sind Nützlinge – Schutz ist im Interesse des Jägers

Maulwurf (Talpa europaea)

  • Vollständig unterirdisch lebend; Schaufelhände zum Graben (keine Spitzmaus!)
  • Nahrung: Regenwürmer und Insektenlarven – kein Pflanzenfresser
  • Besonders geschützt – töten oder fangen verboten
  • Maulwurfshügel: sichtbares Zeichen, keine Schäden an Pflanzen
  • Ökologischer Nutzen: Bodenlockerung, Frisst Engerlinge und Drahtwürmer
  • Spitzmäuse (Soricidae): ähnlich klein, aber spitze Schnauze, oberirdisch aktiv, Insektenfresser – ebenfalls besonders geschützt

Fledermäuse (Chiroptera)

• Einzige flugfähige Säugetiere der Welt! • Alle 25 deutschen Arten streng geschützt nach BNatSchG + FFH-Anhang IV • Orientierung durch Echoortung (Ultraschall, 20–120 kHz) • Wichtige Insektenjäger: eine Fledermaus frisst bis zu 3.000 Insekten pro Nacht • Winterschlaf in Gebäuden, Höhlen, Stollen, Kellern (Oktober–März/April) → Störungen im Winterschlaf können tödlich sein – Energiereserven reichen nicht für vorzeitiges Erwachen! • Sommerquartiere: Baumhöhlen, Dachböden, hinter Fassadenverkleidungen • Wochenstuben: Kolonien von Weibchen mit Jungtieren (Juni/Juli) – besonders störungsempfindlich • Bedrohungen: Quartierverlust durch Gebäudesanierungen, Windkraftanlagen, Insektenrückgang

Haselmaus (Muscardinus avellanarius)

  • Kleinster Bilch (Schläfer); orange-braun, großäugig, buschiger Schwanz
  • Lebt in Hecken, Gebüschen und Waldrändern – namensgebend für Haselnussgestrüpp
  • FFH-Anhang IV: streng geschützt, europarechtlich bedeutsam
  • Winterschlaf: Oktober bis April (ca. 7 Monate!)
  • Baut kugelförmige Nester aus Gras und Rinde in Hecken
  • Revierrelevanz: Nachweis der Haselmaus kann Bauvorhaben und Reviermaßnahmen beeinflussen

Siebenschläfer (Glis glis)

  • Größter Bilch; grau, eichhörnchenähnlich, aber ohne Pinselohren
  • Namensgebung: 7 Monate Winterschlaf (September bis April)
  • Lebt in Laubwäldern und Obstgärten; besonders geschützt
  • Nahrung: Nüsse, Eicheln, Früchte, Insekten – Schäden in Obstgärten und Dachböden möglich

Passend dazu