Hege & Naturschutz
Amphibien – Schutz und Bedeutung für Jäger
Amphibien sind keine jagdbaren Arten – aber sie sind ökologisch eng mit dem Revier verknüpft. Der Iltis ernährt sich zu einem Großteil von ihnen, Reiher und …
Amphibien sind keine jagdbaren Arten – aber sie sind ökologisch eng mit dem Revier verknüpft. Der Iltis ernährt sich zu einem Großteil von ihnen, Reiher und Schwarzstorch jagen an Krötenwanderwegen. Alle heimischen Amphibien stehen unter strengem gesetzlichen Schutz.
Grundmerkmale der Amphibien (Lurche)
- Feuchte, drüsenreiche Haut → Hautatmung! (kein Verdunstungsschutz wie Reptilien)
- Metamorphose: Kaulquappe (aquatisch) → adultes Tier (semi-terrestrisch)
- Gebunden an Gewässer zur Fortpflanzung; viele Arten wandern im Frühjahr zu Laichgewässern
- Alle heimischen Amphibien: besonders oder streng geschützt nach §44 BNatSchG
- Kalt- und wechselwarm (ektotherm) → Winterruhe im Boden oder Schlamm
Wichtige Arten
Laubfrosch (Hyla arborea) • Leuchtend grün, mit Saugscheiben an den Zehen → kann senkrechte Flächen erklettern • Lebensraum: Gebüsche und Bäume am Gewässerrand; lautstarker Ruf im Mai/Juni • Streng geschützt, FFH-Anhang IV; in NRW rückläufig
Erdkröte (Bufo bufo) • Häufigste Amphibienart Deutschlands; braun-warzig, gedrungener Körperbau • WICHTIG: Kröte ≠ Frosch! Kröten sind kurzluftig, laufen eher als zu springen; trockene Haut im Vergleich zu Fröschen • Massenwanderungen zu Laichgewässern: März/April – oft über Straßen! • Amphibienschutzzäune werden von Naturschutzgruppen und Kommunen aufgestellt
Grasfrosch (Rana temporaria) • Braun, mit dunklem Schläfenfleck; häufigster Frosch in NRW • Laicht sehr früh (Februar/März), oft in flachen, besonnten Gewässern → große Laichballen • Besonders geschützt
Kammmolch (Triturus cristatus) • Größter heimischer Molch; Männchen mit gezacktem Rückenkamm (April/Mai) • FFH-Anhang II und IV → streng geschützt, europarechtlich bedeutsam • Lebt in nährstoffreichen Gewässern; empfindlich gegenüber Fischbesatz
Feuersalamander (Salamandra salamandra) • Schwarz mit gelben Flecken oder Streifen; unverwechselbar • Lebensraum: feuchte Buchenwälder an Quellbächen; nachtaktiv • Gebiert lebende Larven direkt ins Wasser; streng geschützt • Bedrohung: Salamanderpest (Pilz Bsal) – akute Gefährdung
[Vergleichstabelle: Frosch vs. Kröte] Merkmal Frosch (z.B. Grasfrosch) Kröte (Erdkröte) Haut glatt, feucht warzig, trockener Fortbewegung hüpft (lange Sprünge) läuft, kurze Sprünge Körperbau schlank, lange Hinterbeine gedrungen, kurze Beine Laich Laichballen Laichschnüre Augen goldfarben orangefarben
Bedeutung für Jagd und Ökosystem
- Iltis: Amphibien und besonders Kröten sind seine Hauptbeute im Frühjahr
- Graureiher, Schwarzstorch, Weißstorch: Wichtige Nahrung an Krötenwegen
- Ringelnatter: fast ausschließlich Amphibienfresser
- Mäusebussard: nutzt Krötenwanderungen als Jagdmöglichkeit
Krötenwanderungen – Schutz und Praxis • März bis April: Massenwanderungen zu Laichgewässern • Amphibienschutzzäune entlang von Straßen: Kröten fallen in Eimer, werden täglich umgetragen • Jäger können durch Anlage von Kleingewässern und Laichteichen aktiv helfen • Fischbesatz in Kleingewässern ist der häufigste Grund für das Ausbleiben von Amphibien