Wildbiologie & Wildkunde
Störche – Weißstorch, Schwarzstorch und ihre Schutzstatus
Störche sind große Schreitvögel der Familie Ciconiidae. In Deutschland sind vor allem Weißstorch und Schwarzstorch prüfungsrelevant. Beide fliegen mit gestre…
Störche sind große Schreitvögel der Familie Ciconiidae. In Deutschland sind vor allem Weißstorch und Schwarzstorch prüfungsrelevant. Beide fliegen mit gestrecktem Hals und gestreckten Beinen und unterscheiden sich deutlich in Lebensraum, Verhalten und Nähe zum Menschen.
Weißstorch
- großer weißer Schreitvogel mit schwarzen Schwungfedern
- roter Schnabel und rote Ständer bei Altvögeln
- fliegt mit gestrecktem Hals und nutzt Thermik zum Segeln
- stimmlich weitgehend reduziert; bekannt ist das Schnabelklappern
- Kulturfolger mit Horsten auf Dächern, Schornsteinen, Masten und Nisthilfen
- Nahrung breit: Regenwürmer, Insekten, Mäuse, Amphibien, Reptilien und andere Kleintiere
- Lebensraum: offene Feuchtwiesen, Grünland, Äcker, Niederungen und gewässerreiche Landschaften
Schwarzstorch
- etwas kleiner und deutlich heimlicher als der Weißstorch
- schwarzes Gefieder mit metallischem grünlich-violettem Glanz, Bauch weiß
- roter Schnabel und rote Ständer bei Altvögeln
- scheuer Waldvogel, besonders störungsempfindlich am Brutplatz
- brütet in alten, störungsarmen Wäldern auf großen Bäumen oder Felsen
- Nahrung vor allem Fische, Amphibien, Wasserinsekten und Kleintiere in Bächen und Feuchtgebieten
- gute Gewässerstruktur und ruhige Waldlebensräume sind entscheidend
Zug und Lebensraum
Viele Weißstörche ziehen nach Afrika, nutzen dabei aber unterschiedliche Zugrouten über Südwesteuropa oder Südosteuropa. Ein Teil überwintert heute auch in Südwesteuropa oder bleibt bei günstigen Bedingungen näher am Brutgebiet. Der Schwarzstorch ist ebenfalls Zugvogel und stärker an störungsarme Wald- und Gewässerlebensräume gebunden.
Brutbiologie
- Weißstörche nutzen große Horste oft über viele Jahre
- Horste können sehr schwer werden und müssen auf Gebäuden oder Masten standsicher sein
- Schwarzstörche reagieren am Horst deutlich empfindlicher auf Störungen als Weißstörche
- beide Arten sind auf geeignete Nahrungsflächen im Horstumfeld angewiesen
- Entwässerung, Verlust von Feuchtgrünland und Störungen können den Bruterfolg beeinträchtigen
Störche vs. Reiher
[Vergleichstabelle: Storch und Reiher unterscheiden Merkmal Storch Reiher Hals im Flug gestreckt eingezogen/S-förmig Schnabel kräftig und lang dolchartig spitz Bewegung thermiknutzender Segler, schreitend Lauerjäger, langsamer Flügelschlag Weißstorch Horste auf Gebäuden/Masten nicht typisch Graureiher nicht grau-weiß mit Überaugenstreif grau-weiß mit S-Hals im Flug
Schutz und Praxis
Störche und ihre Fortpflanzungsstätten sind artenschutzrechtlich geschützt. In der Praxis sind Horstschutz, Abstand, Störungsvermeidung und Erhalt von Feuchtgrünland wichtiger als jagdliche Nutzung. Für die Jägerprüfung sollte man besonders wissen, dass Störungen am Horst, Entfernen von Nestern oder Eingriffe in Brutplätze rechtlich problematisch sind.