Wildbiologie & Wildkunde

Reiher – Graureiher, Silberreiher und weitere Reiherarten

Reiher sind langbeinige Schreitvögel der Familie Ardeidae. Sie leben an Gewässern, Feuchtgebieten, Gräben, Teichen, Flüssen und zunehmend auch in offenen Agr…

ca. 7 Min. Aktualisiert am 10.6.2026 Redaktion & Prüfung

Reiher sind langbeinige Schreitvögel der Familie Ardeidae. Sie leben an Gewässern, Feuchtgebieten, Gräben, Teichen, Flüssen und zunehmend auch in offenen Agrarlandschaften. Für die Jägerprüfung sind vor allem Graureiher, Silberreiher und die sichere Abgrenzung zu Storch und Kranich wichtig.

Gemeinsame Merkmale

  • lange Ständer, langer Hals und dolchartiger Schnabel
  • Lauerjäger: stehen oft reglos und stoßen blitzschnell zu
  • Nahrung je nach Art Fische, Amphibien, Kleinsäuger, Insekten, Würmer und andere Kleintiere
  • Flug bei Reihern mit eingezogenem Hals
  • Brut häufig in Kolonien oder störungsarmen Einzelbereichen je nach Art
  • Jungvögel und Schlichtkleider können die Bestimmung erschweren

Graureiher

  • größter und bekanntester heimischer Reiher
  • grau-weißes Gefieder mit schwarzem Überaugenstreif und dunklen Schmuckfedern am Kopf
  • langer gelblicher bis orangefarbener Dolchschnabel
  • fliegt mit langsamem Flügelschlag und eingezogenem Hals
  • Nahrung nicht nur Fische, sondern auch Mäuse, Amphibien, Insekten und Regenwürmer
  • brütet häufig in Kolonien auf Bäumen; Horste können über Jahre genutzt werden
  • kann an Fischteichen Konflikte verursachen, konkrete Eingriffe sind aber rechtlich streng zu prüfen

Silberreiher

  • großer, vollständig weißer Reiher
  • fast graureihergroß, aber schlanker und heller wirkend
  • Schnabel im Winter meist gelb, zur Brutzeit dunkler bis schwarz
  • Ständer dunkel bis schwarz, Füße nicht auffällig gelb wie beim Seidenreiher
  • häufiger Wintergast und zunehmend regelmäßiger in Deutschland zu beobachten
  • jagt an Gewässern, Feuchtwiesen und auf Feldern nach Fischen, Amphibien, Mäusen und Insekten

Weitere Reiherarten

  • Purpurreiher: schilfgebundener, schlanker Reiher mit rostbraunen und dunklen Tönen
  • Seidenreiher: kleiner weißer Reiher mit schwarzem Schnabel und auffällig gelben Füßen
  • Nachtreiher: gedrungener, dämmerungs- und nachtaktiver Reiher mit kurzem Hals
  • Rohrdommel: tarnfarbener Schilfbewohner, gehört zu den Reihern, aber wirkt deutlich anders

Reiher, Storch, Kranich

[Vergleichstabelle: Flugbild sicher unterscheiden Merkmal Reiher Storch Kranich Hals im Flug eingezogen, S-förmig gestreckt gestreckt Beine im Flug nach hinten gestreckt nach hinten gestreckt nach hinten gestreckt Schnabel dolchartig kräftig lang gerader, weniger dolchartig Ruf/Verhalten oft heiserer Ruf, Lauerjäger Klappern beim Weißstorch trompetende Rufe, Zugformationen Prüfungsfalle nicht mit Storch verwechseln Hals nicht eingezogen kein Reiher trotz langer Beine

Rechtlicher Lernhinweis

Beim Graureiher gibt es jagdrechtliche und artenschutzrechtliche Besonderheiten, die je nach Bundesland unterschiedlich behandelt werden können. Dieser Artikel nennt deshalb keine konkreten Jagdzeiten oder Ausnahmeregeln. Für die Prüfung ist die Artbestimmung sicherer zu beherrschen als regionale Sonderregelungen.

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