Wildbiologie & Wildkunde
Falken – Wanderfalke, Turmfalke, Baumfalke
Falken bilden die Familie Falconidae und unterscheiden sich deutlich von Habichtartigen. Sie besitzen spitze, sichelförmige Flügel, häufig einen Bartstreif u…
Falken bilden die Familie Falconidae und unterscheiden sich deutlich von Habichtartigen. Sie besitzen spitze, sichelförmige Flügel, häufig einen Bartstreif und den sogenannten Falkenzahn am Oberschnabel. Für die Jägerprüfung sind Wanderfalke, Turmfalke und Baumfalke besonders wichtig.
Gemeinsame Merkmale
- spitze, lange und sichelförmige Flügel
- schneller, wendiger Flug
- Falkenzahn am Oberschnabel
- oft dunkler Bartstreif
- Terzel = männlicher Falke
- nutzen häufig fremde Nester, Gebäudenischen oder Felsplätze
- alle heimischen Falken sind artenschutzrechtlich geschützt
Wanderfalke
- kräftiger Falke mit breitem dunklem Bartstreif
- schnellster Vogel im Jagdstoß
- jagt Vögel im freien Luftraum
- Brut an Felsen, Gebäuden, Türmen und Industrieanlagen
- Bestandserholung durch Schutzmaßnahmen nach starken Rückgängen
- nicht mit Habicht verwechseln: spitze Flügel statt kurze runde Flügel
Turmfalke
- häufiger kleiner Falke der Kulturlandschaft
- typisches Rütteln über Feldern und Wiesen
- Männchen mit grauem Kopf und rostrotem Rücken
- Nahrung vor allem Mäuse und Großinsekten
- brütet in Nischen, Gebäuden, Kirchtürmen, Nistkästen oder alten Nestern
- wichtiger Prüfungsbegriff: Rüttelflug
Baumfalke
- schlanker, schneller Falke mit langen spitzen Flügeln
- dunkler Bartstreif und rostrote Hosen
- jagt Libellen und Kleinvögel im Flug
- Sommergast und Langstreckenzieher
- nutzt alte Krähen- oder Greifvogelnester
- wirkt im Flug seglerartig und sehr elegant
Falken im Vergleich
[Vergleichstabelle: Wanderfalke, Turmfalke und Baumfalke Merkmal Wanderfalke Turmfalke Baumfalke Größe kräftig kleiner schlank Jagd Vögel im Sturzflug Mäuse, Rüttelflug Libellen/Kleinvögel im Flug Brutplatz Fels/Gebäude Nischen/Nistkasten alte Nester Merkmal breiter Bartstreif Rütteln rostrote Hosen Prüfungsfalle nicht Habicht Rüttelflug merken nicht kleiner Wanderfalke
Schutz und Falknerei
Falken sind streng geschützt; Nachstellen, Stören am Brutplatz und Entnahme sind verboten. Falknerei ist davon zu trennen: Sie erfordert besondere Erlaubnisse, Sachkunde und rechtliche Voraussetzungen. Für SG1 ist vor allem wichtig, wildlebende Falken sicher zu erkennen und nicht als regulär bejagbares Federwild zu behandeln.
Ansprache im Revier
- Turmfalke ist der klassische Rüttelfalke über Feldflur und Straßenrändern
- Wanderfalke wirkt kräftiger, mit breiterer Brust und sehr schnellem Flug
- Baumfalke erscheint schlank und langflügelig, häufig jagend über Gewässern oder offenen Flächen
- Bartstreif ist bei Wanderfalke und Baumfalke deutlich, beim Turmfalken schwächer
- Jungvögel können bräunlicher und weniger kontrastreich wirken
- Falken werden im Flug eher an Flügelform und Jagdweise als an Einzel-Farbdetails erkannt
Terzel und Größenunterschied
Wie bei vielen Greifvögeln sind weibliche Falken größer als männliche. Der männliche Falke heißt Terzel. Dieser Begriff ist in der Falknerei und Jägersprache wichtig. In Prüfungen wird häufig gefragt, warum Größenangaben überschneiden können: Ein großes Weibchen einer kleineren Art kann im Feld anders wirken als ein kleineres Männchen einer größeren Art.