Wildbiologie & Wildkunde
Wildtauben – Arten und Jagd
Wildtauben sind prüfungsrelevante Federwildarten der Feldflur, Wälder, Parks und Siedlungen. Entscheidend sind sichere Artbestimmung, Brutbiologie, Zugverhal…
Wildtauben sind prüfungsrelevante Federwildarten der Feldflur, Wälder, Parks und Siedlungen. Entscheidend sind sichere Artbestimmung, Brutbiologie, Zugverhalten und die Trennung zwischen Jagdrecht und tatsächlicher Bejagbarkeit. Besonders wichtig sind Ringeltaube, Hohltaube, Türkentaube und Turteltaube.
Ringeltaube
- größte heimische Wildtaube
- Altvögel mit weißem Halsfleck
- Jungvögel zunächst ohne weißen Halsfleck
- breites weißes Flügelband im Flug sehr auffällig
- blaugraues Gefieder, rosige Brust und grünlicher Halsschimmer
- brütet auf Bäumen, in Hecken, Parks und Siedlungen
- Teilzieher; viele Vögel bleiben in milden Wintern
- kann in Landwirtschaft und Raps-/Getreideflächen Fraßschäden verursachen
[Bild: /images/abbildungen/sg1/ringeltaube_flug.png Ringeltaube im Flug mit weißem Flügelband und Halsfleck h:520
Hohltaube
- kleiner als Ringeltaube
- kein weißer Halsfleck
- kein weißes Flügelband
- dunkel blaugraues Gefieder mit grünlich-violettem Halsschimmer
- kurze dunkle Flügelbinden
- brütet in Baumhöhlen, besonders alten Schwarzspechthöhlen
- Höhlenangebot ist begrenzender Faktor
- Verwechslung mit Ringeltaube durch fehlende weiße Merkmale vermeiden
Türkentaube
- hell beige-graues Gefieder
- schmaler schwarzer Nackenring mit heller Einfassung
- Kulturfolger in Siedlungen, Parks, Gärten und Friedhöfen
- seit dem 20. Jahrhundert aus Südosteuropa nach Mitteleuropa eingewandert
- Ruf dreisilbig und sehr typisch
- brütet oft mehrfach im Jahr in Siedlungsnähe
Turteltaube
- kleinste der hier wichtigen Wildtauben
- rostbraun-schwarz geschuppter Rücken
- schwarz-weiß gestreifter Halsseitenfleck
- Langstreckenzieher mit Winterquartieren südlich der Sahara
- stark rückläufig durch Lebensraumverlust, Nahrungsmangel und Zugwegverluste
- Symbolart für den Rückgang strukturreicher Agrarlandschaften
Vergleich der Wildtauben
[Vergleichstabelle: Wildtauben sicher unterscheiden Merkmal Ringeltaube Hohltaube Türkentaube Turteltaube Größe größte Art kleiner mittelgroß und schlank klein Halszeichnung weißer Halsfleck bei Altvögeln kein weißer Halsfleck schwarzer Nackenring schwarz-weiß gestreifte Halsseiten Flügel weißes Flügelband kein weißes Band unauffällig hellgrau geschuppter Gesamteindruck Brutplatz Bäume, Hecken, Siedlungen Baumhöhlen Siedlungen, Parks Hecken, Gebüsche, lichte Gehölze Zug Teilzieher Teilzieher/Standvogel regional Standvogel/Kurzstreckenzieher Langstreckenzieher Prüfungsfalle Jungvogel ohne Halsfleck nicht mit junger Ringeltaube verwechseln nicht mit Turteltaube verwechseln stark rückläufig und sensibel
Jagdrechtlicher Lernhinweis
Mehrere Taubenarten unterliegen dem Jagdrecht, konkrete Jagdzeiten und Schonungen unterscheiden sich aber nach Art und Bundesland. Dieser Artikel nennt deshalb keine Landesjagdzeiten. Für Wildkunde und Prüfung sind Artbestimmung, Schutzstatus, Schäden, Lebensraum und Zugverhalten entscheidend; konkrete Bejagbarkeit wird im Jagdzeitenbereich der App gelernt.
Typische Prüfungsfragen
- Woran erkennt man die Ringeltaube?
- Warum ist der Ringeltauben-Jungvogel eine Verwechslungsgefahr?
- Welche Taube brütet in Baumhöhlen?
- Welche Wildtaube ist Langstreckenzieher?
- Woran erkennt man die Türkentaube?
- Warum ist die Turteltaube besonders sensibel?