Wildbiologie & Wildkunde

Tauchenten und Meerenten

Tauchenten und Meerenten sind Entenvögel, die ihre Nahrung überwiegend tauchend unter Wasser suchen. Im Gegensatz zu Gründelenten liegen sie tiefer im Wasser…

ca. 7 Min. Aktualisiert am 10.6.2026 Redaktion & Prüfung

Tauchenten und Meerenten sind Entenvögel, die ihre Nahrung überwiegend tauchend unter Wasser suchen. Im Gegensatz zu Gründelenten liegen sie tiefer im Wasser, haben weiter hinten angesetzte Ständer und starten häufig mit Anlauf von der Wasseroberfläche. Für die Jägerprüfung sind Körperbau, Hinterzehenlappen, Artbestimmung und Verwechslungsgefahr mit Lappentauchern wichtig.

Gemeinsame Merkmale

  • Körper liegt tiefer im Wasser als bei Gründelenten
  • Ständer weit hinten am Körper, dadurch an Land unbeholfener
  • Hinterzehe mit Schwimmlappen
  • Nahrungssuche durch vollständiges Untertauchen
  • Auffliegen oft mit patschendem Anlauf
  • viele Arten zeigen deutlichen Unterschied zwischen Erpel und Ente

Gründelenten vs. Tauchenten

[Vergleichstabelle: Gründelenten und Tauchenten Merkmal Gründelenten Tauchenten Nahrungssuche gründeln, Kopf unter Wasser vollständiges Tauchen Schwimmlage höher tiefer Beinstellung mittiger weiter hinten Hinterzehe ohne breiten Schwimmlappen mit Schwimmlappen Start leichter direkt vom Wasser häufig mit Anlauf Landgang beweglicher unbeholfener

Wichtige Tauchenten

  • Tafelente: Erpel mit rotbraunem Kopf, schwarzer Brust und hellem Körper
  • Reiherente: Erpel schwarz-weiß mit auffälligem Schopf
  • Schellente: Erpel mit dunklem Kopf, weißem Wangenfleck und kontrastreichem Körper
  • Bergente: ähnlich Reiherente, aber ohne langen Schopf und stärker an größere Gewässer/Küsten gebunden
  • Kolbenente: auffälliger Erpel mit fuchsrotem Kopf und rotem Schnabel

Meerenten

  • Eiderente: große Meerente, Erpel kontrastreich schwarz-weiß mit grünlichem Nacken
  • Trauerente: dunkle Meerente, häufig küsten- und meeresbezogen
  • Samtente: dunkle Meerente mit weißen Flügelpartien
  • Meerenten sind für Binnenreviere meist weniger praxisnah, aber für Artenkenntnis relevant

Verwechslungsgefahr

  • Lappentaucher sind keine Enten und haben Schwimmlappen an einzelnen Zehen
  • Blässhuhn ist Ralle, keine Ente
  • weibliche Tauchenten sind oft braun und schwerer zu bestimmen
  • Schlichtkleider und Jugendkleider erfordern besondere Vorsicht
  • Artbestimmung nie nur über den Lebensraum treffen

Ansprache im Flug und auf dem Wasser

  • Tauchenten wirken auf dem Wasser kompakter und tieferliegend
  • beim Start laufen viele Arten mehrere Meter über die Oberfläche
  • Flug oft schneller und geradliniger als bei Gründelenten
  • Flügelspiegel sind weniger markant als bei vielen Gründelenten
  • Truppbildung auf größeren Gewässern ist häufig
  • Enten im Schlichtkleid und weibliche Stücke werden über Form, Schnabel, Kopfprofil und Verhalten bestimmt

Nahrung und Lebensraum

Tauchenten nutzen je nach Art Muscheln, Schnecken, Wasserinsekten, Krebstiere, Pflanzenteile, Samen und Wasserpflanzen. Viele Arten sind an größere, tiefere Gewässer gebunden als typische Gründelenten. Meerenten nutzen zusätzlich Küstengewässer, Buchten und Meeresbereiche. Für die Prüfung ist wichtig, die Nahrung nicht pauschal als „Fisch" zu lernen: Viele Tauchenten sind Muschel-, Wirbellosen- oder Pflanzenfresser.

Jagdrechtlicher Lernhinweis

Mehrere Entenarten unterliegen dem Jagdrecht, konkrete Jagdzeiten und Schonungen unterscheiden sich aber nach Art und Bundesland. Dieser Artikel nennt deshalb keine landesspezifischen Zeiten. Für SG1 stehen Artengruppe, Körperbau, Nahrungserwerb und sichere Bestimmung im Vordergrund.

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