Wildbiologie & Wildkunde
Gründelenten
Gründelenten, auch Schwimmenten genannt, sind Wasserwildarten flacher Gewässer und Feuchtgebiete. Ihr Name beschreibt die typische Nahrungsaufnahme: Beim Grü…
Gründelenten, auch Schwimmenten genannt, sind Wasserwildarten flacher Gewässer und Feuchtgebiete. Ihr Name beschreibt die typische Nahrungsaufnahme: Beim Gründeln bleibt der Hinterkörper oben, während Kopf und Vorderkörper ins Wasser tauchen. Für die Jägerprüfung sind Gründelenten wichtig wegen Abgrenzung zu Tauchenten, Spiegel, Pracht- und Schlichtkleid, Sturzmauser und Artmerkmalen von Stockente, Krickente, Knäkente und Löffelente.
Gemeinsame Merkmale
- Nahrungssuche überwiegend im Flachwasser durch Gründeln, Seihen oder Picken
- schwimmen relativ hoch auf dem Wasser
- direkter Abflug vom Wasser ohne langen Anlauf
- Hinterzehe ohne ausgeprägten Schwimmlappen
- artspezifischer Spiegel auf den Flügeln
- Erpel im Prachtkleid auffälliger als Enten
- Enten meist braun und tarnfarben
- Küken sind Nestflüchter
Stockente
- häufigste und bekannteste Gründelente
- Erpel im Prachtkleid mit grünem Kopf, weißem Halsring, brauner Brust und grauem Körper
- Erpellocke: aufgerollte Schwanzfedern des Erpels
- Spiegel blauviolett und weiß eingefasst
- Ente braun gefleckt mit orange-dunklem Schnabel
- Erpel im Schlichtkleid ähnelt der Ente; Schnabelfarbe und Restmerkmale helfen
- Standvogel, Teilzieher und Kurzstreckenzieher je nach Region und Witterung
Krickente
- kleine, sehr wendige Gründelente
- Erpel mit kastanienbraunem Kopf und grünem Seitenband
- grüner Spiegel
- schneller, wendiger Flug in kompakten Trupps
- nutzt flache, vegetationsreiche Gewässer, Moore und Sümpfe
- Enten schwerer zu bestimmen und mit anderen braunen Entenweibchen verwechselbar
Knäkente
- Langstreckenzieher und in Deutschland vor allem Sommergast
- Erpel mit auffälligem hellem Überaugenstreif
- bevorzugt flache, nährstoffreiche, vegetationsreiche Gewässer
- Bestand empfindlich gegenüber Lebensraumverlust, Entwässerung und Störung
- Enten unscheinbar und bestimmungsschwierig
Löffelente
- unverwechselbarer, breiter Löffelschnabel
- Erpel mit grünem Kopf, weißer Brust und kastanienbraunen Flanken
- Schnabel auch bei der Ente deutlich löffelförmig
- filtert Kleintiere und Pflanzenmaterial mit Lamellen im Schnabel
- typisch für flache, nährstoffreiche Gewässer
[Bild: /images/abbildungen/sg1/gruendelenten_typen.png Gründelenten im Vergleich mit Stockente, Krickente, Knäkente und Löffelente h:520
Mauser und Kleider
Bei Enten ist die Mauser ein klassisches Prüfungsthema. Erpel tragen außerhalb der Schlichtkleidphase ein auffälliges Prachtkleid. Im Sommer wechseln viele Erpel in ein unscheinbares Schlichtkleid, das der Ente ähnelt. Während der Schwingenmauser können Enten zeitweise flugunfähig sein. Diese Phase ist biologisch sensibel und erklärt die Bedeutung störungsarmer Mausergewässer.
- Prachtkleid: auffälliges Balz- und Winter-/Frühjahrskleid des Erpels
- Schlichtkleid: unscheinbares Sommerkleid, ähnelt dem Weibchen
- Schwingenmauser: zeitweise Flugunfähigkeit möglich
- Spiegel bleibt wichtiges Bestimmungsmerkmal
- Mausergewässer sind störungsempfindlich
Gründelenten vs. Tauchenten
[Vergleichstabelle: Gründelenten vs. Tauchenten Merkmal Gründelenten Tauchenten Wasserlage hoch schwimmend tiefer im Wasser liegend Start direkter steiler Abflug häufig Anlauf über Wasser Nahrungssuche gründeln, seihen, flaches Wasser tauchen nach Nahrung Hinterzehe ohne ausgeprägten Schwimmlappen mit Schwimmlappen Beispiele Stockente, Krickente, Knäkente, Löffelente Reiherente, Tafelente, Schellente
Jagdrechtlicher Lernhinweis
Mehrere Gründelentenarten unterliegen dem Jagdrecht, konkrete Bejagbarkeit und Schonzeiten unterscheiden sich aber je nach Bundesland und Art. Dieser Wildkunde-Artikel nennt deshalb keine Landesjagdzeiten. Die App lernt konkrete Jagdzeiten separat im bundeslandspezifischen Bereich.