Wildbiologie & Wildkunde
Das Haselwild
Das Haselwild oder Haselhuhn (Tetrastes bonasia) ist das kleinste heimische Raufußhuhn und ein sehr heimlicher Bewohner strukturreicher Wälder. Es wird deutl…
Das Haselwild oder Haselhuhn (Tetrastes bonasia) ist das kleinste heimische Raufußhuhn und ein sehr heimlicher Bewohner strukturreicher Wälder. Es wird deutlich seltener beobachtet als Auer- oder Birkwild und ist stark an deckungsreiche Mischwälder mit Strauchschicht gebunden. Für die Jägerprüfung sind Raufußhuhn-Merkmale, Paarbindung, Lebensraum und die Abgrenzung zu anderen Waldhühnern wichtig.
Systematik
- Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
- Familie: Fasanenartige / Raufußhühner
- Art: Haselhuhn beziehungsweise Haselwild (Tetrastes bonasia)
- Männchen: Hahn
- Weibchen: Henne
- Jungtiere: Gesperre im Zusammenhang mit der führenden Henne
Merkmale
- kleinstes heimisches Raufußhuhn
- Körperlänge etwa 34 bis 39 cm
- Gewicht häufig etwa 300 bis 450 g
- rotbraun, grau und weiß fein gemustertes Tarngefieder
- Hahn meist mit schwarzem, weiß gerandetem Kehlfleck
- Henne mit schwächerer oder fehlender Kehlzeichnung
- kleiner aufrichtbarer Federschopf möglich
- kurzer Stoß mit dunkler Endbinde
- befiederte Ständer und Zehen als Raufußhuhn-Merkmal
Lebensraum
Haselwild ist an strukturreiche Wälder mit dichter Strauch- und Krautschicht gebunden. Wichtig sind Hasel, Erle, Birke, Weichlaubhölzer, Beerensträucher, Totholz, Lichtungen, Bachränder und gestufte Waldränder. Monotone, dichte Hochwälder ohne Unterwuchs sind ungeeignet. Die Art reagiert empfindlich auf Lebensraumverlust und starke Störungen.
- unterholzreiche Laub- und Mischwälder
- strukturreiche Berg- und Mittelgebirgswälder
- Hasel, Erle, Birke und Weide als wichtige Nahrungsgehölze
- Beerensträucher und Kräuter als Sommernahrung
- störungsarme Brut- und Aufzuchtbereiche
Nahrung
- Knospen, Kätzchen und Samen von Hasel, Erle, Birke und Weide
- Beeren, Kräuter und grüne Pflanzenteile
- Insekten und Spinnen, besonders wichtig für Küken
- jahreszeitlich stark wechselnde Nahrung
- kleinstrukturierte Waldsäume fördern Nahrung und Deckung
Fortpflanzung und Verhalten
Haselwild lebt im Vergleich zu Auer- und Birkwild stärker paarweise und ohne auffällige Arenabalz. Der Hahn zeigt einen hohen, pfeifenden Reviergesang. Das Nest liegt als Bodenmulde in guter Deckung. Die Henne brütet und führt die Küken. Bei Gefahr drückt sich Haselwild häufig in der Deckung und fliegt erst spät und explosionsartig auf.
- Paarbindung stärker ausgeprägt als bei Auer- und Birkwild
- keine Leckbalz wie beim Birkwild
- Gelege häufig etwa 7 bis 11 Eier
- Brutdauer etwa 23 bis 25 Tage
- Nestflüchter
- sehr heimlich und standorttreu
Abgrenzung zu Auer- und Birkwild
[Vergleichstabelle: Haselwild vs. Auerwild vs. Birkwild Merkmal Haselwild Auerwild Birkwild Größe klein sehr groß mittelgroß Lebensraum unterholzreicher Wald lichte strukturreiche Wälder Moore, Heiden, Hochlagen Balz heimlicher Reviergesang Balzarie des Auerhahns Leckbalz mehrerer Hähne Hahnmerkmal schwarzer Kehlfleck Federbart, gefächerter Stoß Lyrastoß, weiße Flügelspiegel
Gefährdung und Schutz
Haselwild ist in Deutschland selten und regional stark an geeignete Waldstrukturen gebunden. Gefährdend wirken Verlust strukturreicher Wälder, fehlende Strauchschicht, Zerschneidung, Störungen und klimatische Veränderungen. Schutzmaßnahmen bestehen vor allem in naturnaher Waldentwicklung, Erhalt von Strauchschicht, lichten Bereichen, Weichlaubhölzern und störungsarmen Kernflächen.
Typische Prüfungsfragen
- Warum gehört Haselwild zu den Raufußhühnern?
- Woran erkennt man den Haselhahn?
- Welchen Lebensraum braucht Haselwild?
- Wie unterscheidet sich Haselwild von Auer- und Birkwild?
- Warum sind Strauchschicht und Weichlaubhölzer wichtig?