Wildbiologie & Wildkunde
Das Alpenschneehuhn
Das Alpenschneehuhn (Lagopus muta) ist ein hochalpines Raufußhuhn oberhalb der Waldgrenze. Es ist an Kälte, Schnee, Wind und Felslebensräume angepasst und we…
Das Alpenschneehuhn (Lagopus muta) ist ein hochalpines Raufußhuhn oberhalb der Waldgrenze. Es ist an Kälte, Schnee, Wind und Felslebensräume angepasst und wechselt sein Tarnkleid jahreszeitlich. Für die Jägerprüfung sind Winterkleid, befiederte Zehen, Hochgebirgslebensraum, Monogamie und die Bedeutung des Klimawandels besonders wichtig.
Systematik
- Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
- Familie: Fasanenartige / Raufußhühner
- Art: Alpenschneehuhn (Lagopus muta)
- Männchen: Hahn
- Weibchen: Henne
- Lebensraum: alpine und subalpine Hochlagen oberhalb oder nahe der Waldgrenze
Merkmale
- mittelgroßes Raufußhuhn
- Körperlänge etwa 33 bis 38 cm
- Gewicht häufig etwa 400 bis 600 g
- befiederte Ständer und Zehen als Kälte- und Schneeschutz
- rote Rosen über den Augen, beim Hahn deutlicher
- kurzer Stoß mit dunklen Schwanzfedern
- gedrungene Körperform mit guter Tarnung am Boden
Jahreszeitliches Tarnkleid
Das Alpenschneehuhn passt sein Gefieder an Schnee, Fels und Vegetation an. Im Winter ist es überwiegend weiß und dadurch im Schnee getarnt; dunkle Schwanzfedern bleiben sichtbar, beim Hahn ist zusätzlich der dunkle Augenstreif auffällig. Im Sommer ist das Gefieder graubraun bis braun gesprenkelt. In Frühling und Herbst entstehen scheckige Übergangskleider.
- Winterkleid: überwiegend weiß, Tarnung im Schnee
- Sommerkleid: graubraun bis braun gesprenkelt, Tarnung auf Fels und Vegetation
- Übergangskleider: scheckige Mischung aus hellen und dunklen Federn
- Hahn im Winter oft mit dunklem Augenstreif
- Tarnung ist die wichtigste Feindvermeidungsstrategie
Lebensraum
- alpine Matten, Blockhalden, Geröllfelder und Zwergstrauchheiden
- oberhalb der Waldgrenze beziehungsweise in hochalpinen Übergangsbereichen
- in Deutschland auf den Alpenraum beschränkt
- braucht deckungsreiche Kleinstrukturen, Schneefelder, Fels und Zwergsträucher
- störungsarme Winter- und Bruträume sind besonders wichtig
Nahrung
- Knospen, Triebe, Blätter und Samen von Zwergsträuchern
- Beeren und alpine Kräuter
- im Winter frei erreichbare oder freigescharrte Pflanzenteile
- Küken benötigen Insekten und andere kleine Wirbellose
- Nahrung ist im Hochgebirge stark jahreszeitlich begrenzt
Fortpflanzung
- meist monogame Paarbindung
- Nest als Bodenmulde in geschützter Lage
- Gelege häufig etwa 5 bis 9 Eier
- Brutdauer etwa drei Wochen
- Küken sind Nestflüchter
- Hahn kann Revier und Familie sichern, die Führung liegt vor allem bei der Henne
Klimawandel und Störung
Das Alpenschneehuhn ist besonders klimaempfindlich, weil sein geeigneter Lebensraum in den Bergen begrenzt ist. Steigende Temperaturen, frühere Schneeschmelze und veränderte Vegetation können die Tarnung und Lebensraumeignung verschlechtern. Zusätzlich können Wintersport, Wanderbetrieb und Störungen im Winter Energiereserven kosten. Schutz bedeutet deshalb vor allem Besucherlenkung, Ruhezonen und Erhalt geeigneter Hochgebirgslebensräume.
Typische Prüfungsfragen
- Welche jahreszeitlichen Kleider zeigt das Alpenschneehuhn?
- Warum sind befiederte Zehen wichtig?
- Wo kommt das Alpenschneehuhn in Deutschland vor?
- Warum ist der Klimawandel für diese Art besonders problematisch?
- Wie unterscheidet es sich von anderen Raufußhühnern?