Wildbiologie & Wildkunde

Steinmarder

Der Steinmarder (Martes foina) ist ein Marderartiger und einer der bekanntesten Kulturfolger unter dem Raubwild. Er lebt häufig in Siedlungen, Scheunen, Dach…

ca. 8 Min. Aktualisiert am 22.6.2026 Redaktion & Prüfung

Der Steinmarder (Martes foina) ist ein Marderartiger und einer der bekanntesten Kulturfolger unter dem Raubwild. Er lebt häufig in Siedlungen, Scheunen, Dachböden, Garagen und Gärten. Für die Jägerprüfung sind vor allem die Abgrenzung zum Baummarder, Kehlfleck, Nase, Kulturfolger-Verhalten, Keimruhe und Fallenjagd-Grundwissen wichtig.

Systematik und Gebiss

  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Marderartige (Mustelidae)
  • Gattung: Echte Marder (Martes)
  • Art: Steinmarder (Martes foina)
  • Raubtiergebiss mit Fangzähnen und Reißzähnen
  • Dauergebiss mit 38 Zähnen
  • Gebissformel: oben 3 Schneidezähne, 1 Eckzahn, 4 Prämolaren, 1 Molar je Seite; unten 3, 1, 4, 2

Körperbau und Erkennungsmerkmale

  • langgestreckter Körper auf relativ kurzen Läufen
  • Gewicht meist etwa 1 bis 2,3 kg
  • brauner bis graubrauner Balg
  • Kehlfleck meist weiß und häufig gegabelt
  • Nase hell bis fleischfarben
  • Sohlen weniger stark behaart als beim Baummarder
  • Rute buschig und lang

Lebensraum und Lebensweise

  • typischer Kulturfolger
  • nutzt Dachböden, Scheunen, Schuppen, Garagen, Holzstapel und Steinmauern
  • dämmerungs- und nachtaktiv
  • Einzelgänger mit festen Streifgebieten
  • markiert mit Kot und Duftsekreten
  • kann sehr gut klettern, bewegt sich aber häufig in Gebäuden und am Boden

Automarder und Siedlungskonflikte

Der Steinmarder ist als sogenannter Automarder bekannt. Schäden entstehen nicht aus Nahrungssuche, sondern häufig durch Revierverhalten: Duftspuren anderer Marder im Motorraum können aggressive Beißreaktionen auslösen. Prävention bedeutet Motorwäsche nach Schäden, Marderschutz, Abdichtung von Zugängen und keine Fütterung im Siedlungsbereich.

Nahrung

  • Mäuse, Ratten und andere Kleinsäuger
  • Vögel und Eier
  • Insekten und Regenwürmer
  • Obst, Beeren und Fallobst
  • Küchenabfälle und Kompost in Siedlungsnähe
  • in Geflügelställen können Überschusshandlungen bei panischem Geflügel große Verluste verursachen

Fortpflanzung

  • Ranzzeit im Sommer
  • Keimruhe beziehungsweise verzögerte Einnistung
  • eigentliche Embryonalentwicklung erst nach der Ruhephase
  • Wurfzeit meist im Frühjahr
  • meist zwei bis fünf Junge
  • Junge werden blind und wenig entwickelt geboren
  • Quervergleich zur Keimruhe bei Baummarder und Rehwild ist prüfungsrelevant

Jägersprache

  • Rüde: männlicher Steinmarder
  • Fähe: weiblicher Steinmarder
  • Welpen: Jungtiere
  • Balg: Fell/Haut
  • Ranz: Paarungszeit
  • Rute oder Standarte: Schwanz
  • Seher: Augen
  • Lauscher: Ohren

Steinmarder vs. Baummarder

[Vergleichstabelle: Steinmarder vs. Baummarder Merkmal Steinmarder Baummarder Kulturverhalten Kulturfolger Kulturflüchter Lebensraum Siedlungen, Gebäude, Gärten Wälder, alte Baumbestände Kehlfleck weiß, oft gegabelt gelblich bis orange, meist ungegabelt Nase hell/fleischfarben dunkel Balg graubraun bis braun dunkler und seidiger Sohlen weniger stark behaart stärker behaart Keimruhe ja ja

Jagdrechtlicher Lernhinweis

Der Steinmarder unterliegt dem Jagdrecht. Konkrete Jagdzeiten, Fallenjagd-Voraussetzungen und zusätzliche Einschränkungen sind landesrechtlich geregelt. Für die Wildkunde ist entscheidend: sichere Artbestimmung, tierschutzgerechte Fallenjagd nur mit erforderlicher Sachkunde und keine bundeslandfixen Jagdzeiten im Lernartikel.

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