Wildbiologie & Wildkunde
Alpenschneehase
Der Alpenschneehase ist die alpine Form des Schneehasen und in Deutschland an Hochgebirgslebensräume gebunden. Wie Feldhase und Wildkaninchen gehört er zu de…
Der Alpenschneehase ist die alpine Form des Schneehasen und in Deutschland an Hochgebirgslebensräume gebunden. Wie Feldhase und Wildkaninchen gehört er zu den Hasenartigen, nicht zu den Nagetieren. Für die Jägerprüfung sind Winterfärbung, schwarze Löffelspitzen, Schneeschuhpfoten, Klimaanpassung und die Abgrenzung zum Feldhasen wichtig.
Systematik
- Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
- Familie: Hasen (Leporidae)
- Art: Schneehase (Lepus timidus)
- alpine Form in Deutschland: Alpenschneehase
- jagdrechtlich als Schneehase im Bundesjagdgesetz genannt
- kein Nagetier, sondern Verwandter von Feldhase und Wildkaninchen
Körperbau und Merkmale
- kompakter als der Feldhase
- kürzere Löffel, aber mit schwarzen Spitzen
- breite, stark behaarte Pfoten als Schneeschuhe
- kurze Blume, im Winter weiß
- Körperform reduziert Wärmeverlust im kalten Hochgebirge
- Sommerbalg graubraun, Winterbalg weiß, Übergang oft gescheckt
Gebiss
- zwei Paar Schneidezähne im Oberkiefer
- kleine Stiftzähne hinter den vorderen Nagezähnen
- Schneidezähne wachsen lebenslang nach
- Backenzähne zermahlen Gräser, Kräuter, Triebe und Zwergsträucher
- Blinddarmkotaufnahme wie bei anderen Hasenartigen
Fellwechsel und Klimafalle
Der Fellwechsel wird vor allem durch die Photoperiode, also die Tageslänge, gesteuert. Dadurch kann ein Schneehase bereits weiß sein, obwohl noch wenig Schnee liegt, oder im Frühjahr auffällig gefleckt erscheinen. In schneearmen Wintern steigt die Sichtbarkeit gegenüber Feinden, weil Tarnung und Untergrund nicht mehr zusammenpassen.
Lebensraum und Verhalten
- Hochgebirge, alpine Matten, Geröll, Zwergstrauchheiden und Schneetälchen
- dämmerungs- und nachtaktiv
- tagsüber oft gedrückt in Mulden oder Deckung
- Nahrung: alpine Gräser, Kräuter, Knospen, Triebe, Zwergsträucher und Rinde
- Feinde: Steinadler, Fuchs, Marderartige und andere Beutegreifer
- Bestände sind durch Klima, Schneelage, Lebensraumveränderung und Störung beeinflusst
Spuren und Feinde
- Spur im Schnee ähnelt anderen Hasenspuren, wirkt aber durch breite behaarte Pfoten oft flächiger
- Losung ist rundlich bis leicht abgeplattet und wird an Äsungs- und Ruheplätzen gefunden
- Sassen liegen gut getarnt in Mulden, zwischen Steinen, Zwergsträuchern oder Schneevertiefungen
- wichtige Feinde sind Steinadler, Fuchs, Marderartige und in manchen Regionen weitere Beutegreifer
- Tarnung durch Balgfarbe ist eine zentrale Überlebensstrategie
- Störungen durch Wintersport können Energiehaushalt und Fluchtverhalten belasten
Fortpflanzung
- Junge sind wie beim Feldhasen Nestflüchter
- sie werden behaart und sehend gesetzt
- Häsin säugt nur kurz und unauffällig
- Deckung und Tarnung sind wichtige Schutzmechanismen
- Fortpflanzung und Kondition hängen stark von Hochgebirgsbedingungen ab
Hochgebirgsanpassung
Der Alpenschneehase ist an Kälte, Schnee und kurze Vegetationszeiten angepasst. Die kompakte Körperform verringert Wärmeverlust, die behaarten Pfoten erleichtern Bewegung auf Schnee, und die saisonale Tarnung schützt vor Sichtjägern. Gerade diese Spezialisierung macht ihn empfindlich gegenüber schneearmen Wintern und zunehmender Störung in alpinen Lebensräumen.
Schneehase vs. Feldhase
[Vergleichstabelle: Schneehase und Feldhase unterscheiden Merkmal Schneehase Feldhase Löffel kürzer, schwarze Spitzen lang, schwarze Spitzen Pfoten breit und stark behaart schmaler, weniger Schneeschuhwirkung Winterbalg weiß bleibt braun/graubraun Lebensraum Hochgebirge/nördliche Regionen Feldflur und Offenland Körper kompakter größer und langläufiger Prüfungsfalle kein Nagetier ebenfalls kein Nagetier
Rechtlicher Lernhinweis
Der Schneehase ist bundesrechtlich als Wildart genannt, konkrete Bejagbarkeit und Schonregelungen hängen aber vom jeweiligen Bundesland und Schutzkontext ab. In diesem Artikel werden deshalb keine Jagdzeiten genannt. Für Wildkunde und Prüfung stehen Erkennung, Hochgebirgsanpassung und Abgrenzung zum Feldhasen im Vordergrund.