Wildbiologie & Wildkunde

Steinwild

Steinwild bezeichnet in Deutschland den Alpensteinbock (Capra ibex). Er ist ein Hornträger aus der Familie der Bovidae und gehört jagdrechtlich zum Schalenwi…

ca. 8 Min. Aktualisiert am 10.6.2026 Redaktion & Prüfung

Steinwild bezeichnet in Deutschland den Alpensteinbock (Capra ibex). Er ist ein Hornträger aus der Familie der Bovidae und gehört jagdrechtlich zum Schalenwild. Für die Jägerprüfung ist Steinwild besonders wichtig, weil es die Abgrenzung Geweih gegen Horn, die Anpassung an den Hochgebirgslebensraum und die Unterscheidung zur Gams prüft.

Systematik

  • Ordnung: Paarhufer
  • Familie: Hornträger (Bovidae)
  • Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
  • Art: Alpensteinbock (Capra ibex)
  • jagdrechtlich Schalenwild
  • FFH-rechtlich als Art des Anhangs V relevant

Lebensraum Hochalpen

  • felsige Hochgebirgslebensräume oberhalb und nahe der Baumgrenze
  • steile Südhänge, Felsbänder, alpine Matten und Grate
  • im Winter eher sonnenexponierte, schneeärmere Hänge
  • sehr trittsicher durch harte Schalenränder und elastische Ballen
  • nutzt kleinräumige Wechsel zwischen Fels, Äsung und Ruhebereichen

Körperbau und Merkmale

  • Bock deutlich stärker und schwerer als Geiß
  • kurzer, kräftiger Körper mit starken Läufen
  • Sommerdecke eher hellbraun, Winterdecke dichter und dunkler
  • Bock mit mächtigen, nach hinten gebogenen Hörnern
  • Geiß mit deutlich kürzeren, schlankeren Hörnern
  • kein ausgeprägter Gamsbart wie bei der Gams
  • Kitze und junge Stücke wirken insgesamt zierlicher und einfarbiger

Hörner

  • beide Geschlechter tragen Hörner
  • Hörner werden nicht abgeworfen
  • lebenslanger Zuwachs mit Jahresringen bzw. Wachstumsschüben
  • Bockhörner sind stark gekrümmt und vorn knotig gewulstet
  • Geißhörner sind kürzer und feiner
  • Horn darf nicht mit Geweih der Hirschartigen verwechselt werden

Gebiss und Äsung

  • Wiederkäuergebiss ohne obere Schneidezähne
  • unten Schneidezähne und Eckzahn im Schneidezahnbogen, oben Dentalplatte
  • Backenzähne zermahlen Gräser, Kräuter, Zwergsträucher und alpine Pflanzen
  • Nahrung im Sommer vor allem alpine Gräser und Kräuter
  • im Winter auch trockenere Pflanzenreste, Zwergsträucher und freigescharrte Äsung
  • mineralstoffreiche Äsung unterstützt Hornwachstum und Kondition

Sozialverhalten und Fortpflanzung

  • Geißen, Kitze und Jungtiere leben oft in Rudeln
  • alte Böcke stehen außerhalb der Brunft häufig separat
  • Brunft im Winter
  • Kitze werden im späten Frühjahr bis Frühsommer gesetzt
  • Böcke kämpfen und imponieren mit Hörnern, Körperstärke und Rangverhalten

Steinwild vs. Gamswild

[Vergleichstabelle: Steinwild und Gamswild unterscheiden Merkmal Steinwild Gamswild Familie Hornträger, Ziegenartige Hornträger, Ziegenartige Hörner Bock sehr lang, säbelförmig nach hinten Krucken hakenförmig zurückgebogen Körper kräftiger, massiger, kürzer wirkend leichter, beweglicher, hochläufiger Gesichtszeichnung keine typische Gamsmaske helle/dunkle Gesichtsmaske typisch Lebensraum felsige Hochalpen, steile Hänge Bergwald bis alpine Lagen Prüfungsfalle nicht Geweih sagen Krucken nicht mit Steinbockhörnern verwechseln

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