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Lexikon
Jagdpraxis·Mittlere Prüfungsrelevanz

Schalmeiton

Der mit der Schalmei erzeugte Locklaut; Imitation des Fiepens von Rehkitz oder Bettlerlaut der Ricke.

Der Schalmeiton ist der akustische Ausdruck der Schalmei in der Jagdpraxis. Er imitiert das Fiepen eines in Not geratenen Rehkitzes oder den Lockruf der Ricke während der Blattzeit. Durch gezielte Variation in Lautstärke, Tonhöhe und Rhythmus kann der Jäger unterschiedliche Verhaltensreaktionen beim Rehwild auslösen.

Klangeigenschaften und Variation

Der Schalmeiton ist ein helles, leicht nasales Fiepen oder Klagen, das je nach Blasdruck und Technik variiert werden kann: Kitzruf (hoch, klagend, kurz), Rickenruf (etwas tiefer, anhaltend), Alarmruf (scharf, kurz abgebrochen). Die Qualität des Tons entscheidet über Erfolg oder Misserfolg: Ein zu lauter oder unnatürlicher Ton schreckt Wild ab; ein zu leiser Ton erreicht es nicht. Erfahrene Jäger passen den Ton dem Biotop (geschlossener Wald vs. offenes Gelände) an.

Reaktion des Wildes

Auf den Kitzruf reagieren Ricken mit ausgeprägtem Mutterinstinkt sofort und zeigen sich aus der Deckung. Böcke in der Brunft können durch den Schalmeiton auf rivalisierende Artgenossen oder auf eine empfangsbereite Ricke konditioniert reagieren. Die Reaktion hängt von Tageszeit, Brunstzustand und Individualdisposition ab. Ein bereits beschossenes oder scheu gewordenes Stück reagiert nicht mehr zuverlässig. Nach wenigen Rufen ohne Reaktion Pause einlegen und Standort wechseln.

Prüfungswissen

Schalmei und Schalmeiton können gemeinsam oder getrennt als Prüfungsfragen erscheinen. Merke: Der Schalmeiton imitiert Kommunikationslaute des Rehwildes (Kitz, Ricke), nicht den Brunftruf. Der Blattlaut (Schrei der Ricke in der Brunft) ist lauter und wird mit einem anderen Instrument (Blatt) erzeugt. Beide Methoden dienen dem Anlocken von Rehwild, haben aber unterschiedliche Anwendungsszenarien.