Schalmei
Blasinstrument zur Jagd; ahmt den Klagelaut des Rehkitzes oder die Bettlerstimme der Ricke nach.
Die Schalmei ist ein Lockinstrument für die Rehwildjagd, das den feinen, hohen Pieplaut eines Rehkitzes (Fiepen) oder den klagenden Bettlerlaut der Ricke imitiert. Sie wird vor allem zur Blattzeit (Ende Juli – Mitte August) und zur Ansprache von Rehwild bei der Pirsch eingesetzt. Eine sauber gespielte Schalmei kann Böcke, aber auch Ricken aus der Deckung locken.
Arten und Funktionsweise
Schalmein gibt es in zwei Grundtypen: Die Rohrblattschalmei arbeitet wie eine Klarinette mit einem Rohrblatt aus Schilf oder Kunststoff und erzeugt den charakteristischen, leicht klagenden Ton. Membranschalmein nutzen eine dünne Membran, die durch Luftdruck in Schwingung versetzt wird. Beide imitieren den Klagelaut des Kitzes (Fiepen bei Gefahr) oder die Bettlerstimme der Ricke im Brunftverhalten. Das richtige Spielen erfordert Übung: Ton, Rhythmus und Lautstärke müssen der natürlichen Kommunikation ähneln.
Einsatz in der Blattzeit
Die Schalmei wird hauptsächlich während der Blattzeit (25. Juli – 15. August) eingesetzt. Der Jäger befindet sich in Deckung, die Windrichtung stimmt, und es werden kurze, abgesetzte Lautreihen geblasen (3–5 Töne, dann Pause). Auf einen Ruf reagierende Böcke kommen oft rasch und direkt; Ricken reagieren auf den Kitzlaut. Wichtig: Nicht übermäßig locken, da Wild schnell Scheu entwickelt. Die Schalmei eignet sich auch für Ansitz, Pirsch und bei der Suche nach verunglückten Kitzen.
Prüfungswissen
Die Schalmei gehört zum Standardwissen der Jägerprüfung im Bereich Rehwildjagd. Merke: Schalmei = Kitzlaut-Instrument, eingesetzt in der Blattzeit. Nicht zu verwechseln mit dem Blattinstrument (Birkenblatt, Blattfieder), das den Schrei der Ricke in der Brunft imitiert. Beide können Böcke anlocken, haben aber unterschiedlichen Klangcharakter und werden in unterschiedlichen Situationen eingesetzt.
Verwandte Begriffe