Hochwald
Forstlicher Begriff für Wald mit hohen, aus Samen oder Pflanzung hervorgegangenen Bäumen (kein Stockausschlag).
Der Hochwald ist die dominierende Waldform in Deutschland, bei der Bäume aus Samenanzucht oder Pflanzung über mehrere Jahrzehnte heranwachsen. Er bietet Wild Deckung, Äsung und Lebensraum. Der Begriff unterscheidet sich forstlich vom Niederwald (Stockausschlagsbetrieb) und Mittelwald.
Definition
Der Hochwald ist eine Bewirtschaftungsform, bei der die Bäume aus Samen (Kernwüchse) oder Pflanzung zu ihrem vollen Wachstum gelangen und regelmäßig in langen Umtriebszeiten geerntet werden. Er steht im Gegensatz zum Niederwald (kurzer Umtrieb, Stockausschlagsbetrieb) und zum Mittelwald (Kombination). Die typischen Umtriebszeiten im Hochwald betragen 80–120 Jahre (Fichte) bis über 200 Jahre (Eiche).
Bedeutung als Wildlebensraum
Der Hochwald bietet Wild Deckung und Ruhezonen. Allerdings ist ein gleichaltriger Hochwald mit dichtem Kronenschluss (Altholzbestand) arm an Äsungsangebot. Erst durch Lichtungen, Freiflächen, Waldränder und Kahlschläge entstehen äsungsreiche Habitate. Ein strukturreicher Hochwald mit verschiedenen Altersklassen bietet Wild vielfältige Lebensraumbedingungen.
Prüfungswissen
In der Jägerprüfung: Hochwald als häufigste Waldform. Merke: Hochwald ≠ Hochgebirgswald. Hochwald = Bewirtschaftungsform (Kernwüchse, langer Umtrieb). Verbissschäden durch Reh- und Rotwild sind im Hochwald besonders problematisch für die Waldverjüngung (Verbiss von Jungpflanzen). Waldverjüngung ist abhängig von reguliertem Wildbestand.
Verwandte Begriffe