Abfangschuss
Tötungsschuss auf krankes oder festliegendes Wild zur schnellen Beendigung von Leiden.
Der Abfangschuss ist der unmittelbar lebensbeendende Schuss auf bereits schwer verletztes, verendendes oder festliegendes Wild. Er ist ein tierschutzrelevanter Teil waidgerechten Handelns und verlangt wegen der meist kurzen Distanz besondere Ruhe, Umsicht und sicheren Kugelfang.
Definition
Als Abfangschuss bezeichnet man den gezielten Schuss zur sofortigen Tötung eines Stückes, das nach dem ersten Treffer noch lebt, aber nicht mehr entkommen kann oder bereits gestellt ist. Ziel ist nicht die eigentliche Bejagung, sondern das unverzügliche Beenden unnötigen Leidens. Der Begriff wird besonders bei Nachsuchen, Verkehrsunfällen oder schwer krankem Wild verwendet.
Durchführung in der Praxis
Der Abfangschuss wird in aller Regel aus kürzester Distanz und nur dann abgegeben, wenn das Stück sicher angesprochen, der Schusswinkel beherrscht und ein sicherer Kugelfang vorhanden ist. Gerade in dichtem Bewuchs, an Wegen oder in Hanglagen ist besondere Vorsicht nötig, weil Abpraller oder Durchschüsse gefährlich sein können. Der Schütze muss ruhig handeln, unnötiges Herantreten vermeiden und sich nicht von Mitleid zu einem unsicheren Schuss verleiten lassen.
Prüfungswissen
In der Jägerprüfung wird der Abfangschuss als Ausdruck der Waidgerechtigkeit bewertet. Gefragt wird oft, wann er geboten ist und welche Sicherheitsregeln dabei zwingend gelten. Merke: Ein schneller, sicherer Abfangschuss ist Tierschutz, ein übereilter oder schlecht vorbereiteter Schuss ist ein Fehler.
Häufige Verwechslung
Nicht jeder Fangschuss ist ein Abfangschuss; der Abfangschuss meint besonders den unmittelbar beendenden Schuss am bereits gestellten oder festliegenden Stück.
Verwandte Begriffe