Waffen- & Munitionskunde

Beschusszeichen

Jede in Deutschland gehandelte Schusswaffe muss beschossen und mit einem Beschusszeichen versehen sein. Das Beschusszeichen bestätigt, dass die Waffe den amt…

ca. 4 Min. Aktualisiert am 10.6.2026 Redaktion & Prüfung

Jede in Deutschland gehandelte Schusswaffe muss beschossen und mit einem Beschusszeichen versehen sein. Das Beschusszeichen bestätigt, dass die Waffe den amtlichen Beschuss bestanden hat.

[Bild: /images/abbildungen/sg3/beschusszeichen_uebersicht.png Beschusszeichen Prüfzeichen Beschussamt Waffenprüfung: Deutschland, Europa, Nitrobeschuss, Schwarzpulverschuss, Stahlschrot, Überdruck, Beschussgesetz, Zulassung, Sicherheit, Waffe, Prüfung, Bundesadler, CIP, Stempelung, Kennzeichnung

Was ist der Beschuss?

Beim amtlichen Beschuss wird die Waffe mit Beschussmunition geprüft, deren Beanspruchung über der normalen Gebrauchsladung liegt. Besteht die Waffe den Test ohne Schaden, erhält sie das Beschusszeichen.

Zuständig sind die deutschen Beschussämter. Aktuell (Stand laut Beschussamt.de): Ulm, Mellrichstadt, München, Köln und Suhl. Das Beschussamt Kiel wurde geschlossen; ein eigenes Beschussamt in Essen besteht nicht (mehr).

Arten von Beschusszeichen

  • Normalbeschuss: Standardprüfung für Feuerwaffen oder höchstbeanspruchte Teile, die für Munition mit normaler Ladung bestimmt sind. Zusätzlich werden Orts- und Jahreszeichen angebracht
  • Verstärkter Beschuss: Für Feuerwaffen mit glatten Läufen, die verstärkte Ladungen mit Bleischrot oder bestimmten bleifreien Schroten verschießen sollen
  • Freiwilliger Beschuss: Hersteller können zusätzliche Tests durchführen lassen

Stahlschrotbeschuss

Für Hochleistungs-Stahlschrot beziehungsweise verstärkte bleifreie Schrote bestimmter Typen ist der Stahlschrotbeschuss erforderlich. Erkennbar am Lilien-Symbol (Fleur-de-Lis). Ohne passende Kennzeichnung und Herstellerfreigabe darf insbesondere Hochleistungs-Stahlschrot nicht verwendet werden; Lauf- und Chokeschäden drohen.

Auf der Waffe eingeprägte Angaben

  • Amtliches Beschusszeichen beziehungsweise Beschussart
  • Kaliber / Patronenlager
  • Herstellerzeichen oder -name und weitere Kennzeichnungen je nach Waffe
  • Laufmaterial (bei Sonderlegierungen)
  • Jahreszahl oder Beschussjahr

S-Kennzeichnung

Bei 8-mm-Kalibern: „S" auf dem Lauf bedeutet S-Bohrung (größerer Durchmesser). S-Patronen dürfen nur in S-Läufen verschossen werden – Verwechslung kann zum Laufsprenger führen!

Beschusszeichen richtig lesen

Nach der Beschussverordnung werden geprüfte höchstbeanspruchte Teile mit amtlichem Beschusszeichen, Ortszeichen und Jahreszeichen versehen. Normalbeschuss, verstärkter Beschuss und Stahlschrotbeschuss sind zu unterscheiden. Das Lilien-Symbol steht für den Stahlschrotbeschuss für bestimmte Hochleistungs-Stahlschrotlaborierungen; es ersetzt nicht die Prüfung von Kaliber, Patronenlagerlänge, Choke und Herstellerfreigabe.

Wann ist erneuter Beschuss wichtig?

Wird ein höchstbeanspruchtes Teil wesentlich geändert, ersetzt oder instand gesetzt, kann ein erneuter Beschuss erforderlich sein. Für Jäger bedeutet das praktisch: Nach Arbeiten an Lauf, Patronenlager, Verschluss oder anderen sicherheitsrelevanten Teilen nicht eigenmächtig weiterjagen, sondern Büchsenmacher und Beschussvorgaben beachten. Auch importierte oder ältere Waffen müssen vor jagdlicher Nutzung eindeutig beschuss- und kaliberseitig geklärt sein.

Typische Prüfungsfragen

  • Was bedeutet das Beschusszeichen?
  • Wann braucht eine Flinte Stahlschrot-Beschuss?
  • Wo befinden sich die Beschusszeichen auf der Waffe?
  • Was bedeutet das Lilien-Symbol?

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