Waffen- & Munitionskunde

Kurzwaffen: Pistolen und Revolver

Kurzwaffen spielen in der deutschen Jagd eine untergeordnete Rolle. Sie dienen fast ausschließlich als Fangschusswaffen. In der Prüfung werden Grundkenntniss…

ca. 5 Min. Aktualisiert am 10.6.2026 Redaktion & Prüfung

Kurzwaffen spielen in der deutschen Jagd eine untergeordnete Rolle. Sie dienen fast ausschließlich als Fangschusswaffen. In der Prüfung werden Grundkenntnisse zu Aufbau und Funktion erwartet.

Überblick und Einordnung

Kurzwaffen sind Handfeuerwaffen mit kurzem Lauf, die mit einer Hand geführt werden können. In der Jagd sind sie für den Fangschuss (Gnadenschuss) auf angeschossenes oder krankes Wild bestimmt.

Revolver

Der Revolver besitzt eine drehbare Trommel mit (meist 6) Kammern, die jeweils eine Patrone aufnehmen.

  • Single Action (SA): Hahn muss manuell gespannt werden → dann leichter Abzug
  • Double Action (DA): Hahn wird durch Abzugsbetätigung gespannt und ausgelöst – längerer, schwerer Abzug
  • Keine Hülsenauswurfprobleme – Hülsen bleiben in der Trommel
  • Einfache, robuste Konstruktion
  • Kein Sicherheitsproblem durch nicht ausgeworfene Hülsen

Pistole (Selbstladepistole)

Die Pistole hat ein Magazin im Griff und einen Verschluss (Schlitten), der nach jedem Schuss automatisch repetiert.

  • Halbautomatisch: Ein Schuss pro Abzugsbetätigung
  • Magazin im Griffstück: schnelles Nachladen
  • Kompakter als Revolver bei gleicher Kapazität
  • Anfälliger für Ladehemmungen als Revolver

Jagdliche Verwendung

  • Fangschuss: Auf kurze Distanz am wehrlosen oder verletzten Wild
  • Nach § 19 BJagdG ist der Schuss auf Wild mit Pistolen oder Revolvern grundsätzlich verboten; ausgenommen sind Bau- und Fallenjagd sowie Fangschüsse, wenn die Mündungsenergie der Geschosse mindestens 200 Joule beträgt. Für die jagdliche Praxis zählen zusätzlich kurze Distanz, sicherer Kugelfang, geeignetes Kaliber und ausreichende Geschosswirkung.
  • Gängige Fangschusskaliber sind zum Beispiel .357 Magnum und .44 Magnum. Kleinkalibrige Randfeuerpatronen wie .22 WMR sind höchstens für kleine Wildarten oder Fallenjagd-Kontexte einzuordnen und nicht als Standard für starkes Schalenwild zu lernen.
  • Ansatz: Hinter das Ohr (Gehirn) oder am Genick

Revolver vs. Pistole – Vergleich

  • Revolver: Trommel, 5–6 Schuss, sehr zuverlässig, schwer, einfach zu bedienen
  • Pistole: Magazin, 7–15+ Schuss, kompakter, schneller nachzuladen, anfälliger

Fangschuss mit Kurzwaffe

Pistolen und Revolver sind jagdlich keine normalen Jagdwaffen für den Wildabschuss. § 19 BJagdG erlaubt sie auf Wild nur bei Bau- und Fallenjagd sowie zur Abgabe von Fangschüssen, wenn die Mündungsenergie der Geschosse mindestens 200 Joule beträgt. In der Praxis ist trotzdem nicht jede 200-Joule-Laborierung sinnvoll: Entfernung, Wildart, Geschosswirkung, sicherer Kugelfang und ruhige Ausführung entscheiden. Auf starkes oder wehrhaftes Wild werden leistungsstarke, zuverlässig wirkende Kaliber bevorzugt.

Typische Prüfungsfragen

  • Worin unterscheiden sich Revolver und Pistole?
  • Was ist ein Fangschuss und welche Waffen eignen sich dafür?
  • Welche Mindestenergie muss eine Fangschusswaffe haben?

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