Waffen- & Munitionskunde

Sicherungen

Sicherungen sollen eine unbeabsichtigte Schussabgabe verhindern. Sie erhöhen die Sicherheit bei Bedienung, Tragen, Laden und Entladen der Waffe. Sie ersetzen…

ca. 5 Min. Aktualisiert am 10.6.2026 Redaktion & Prüfung

Sicherungen sollen eine unbeabsichtigte Schussabgabe verhindern. Sie erhöhen die Sicherheit bei Bedienung, Tragen, Laden und Entladen der Waffe. Sie ersetzen aber niemals die Grundregeln sicherer Waffenhandhabung. Auch eine gesicherte Waffe ist immer so zu behandeln, als könne sich ein Schuss lösen.

Überblick

Sicherungen sind mechanische oder konstruktive Sicherheitseinrichtungen an Jagdwaffen. Viele Waffen besitzen mehrere Sicherungselemente, zum Beispiel eine von außen bedienbare Sicherung und zusätzliche innere Sicherungen. Für die Prüfung wichtig: Eine Sicherung mindert das Risiko, macht eine Waffe aber niemals „ungefährlich“.

[Bild: /images/abbildungen/sg3/sicherungen_typen.png Sicherungstypen einer Jagdwaffe h:620

Die Abbildung zeigt typische Sicherungsarten wie Flügelsicherung, Stangenabzugssicherung, Spannraste und Griffsicherung. Nicht jede Jagdwaffe besitzt alle diese Systeme. Lage, Funktion und Bedienung sind immer vom konkreten Waffentyp abhängig.

Grundregeln sicherer Waffenhandhabung

  • Die Mündung zeigt immer in eine sichere Richtung.
  • Der Finger bleibt außerhalb des Abzugsbügels, bis geschossen werden soll.
  • Vor jedem Schuss müssen Wild, Ziel und Kugelfang eindeutig erkannt sein.
  • Beim Besteigen oder Verlassen des Hochsitzes, beim Übersteigen von Hindernissen und beim Ein- oder Aussteigen aus Fahrzeugen wird die Waffe entladen.

Manuelle Sicherungen

Manuelle Sicherungen werden vom Schützen bewusst bedient. Lage und Funktion unterscheiden sich je nach Waffentyp und Modell.

  • Schiebesicherung: Ein Schieber wird mit dem Daumen in die Stellung „gesichert“ oder „entsichert“ gebracht. Solche Sicherungen finden sich häufig bei Flinten und Kipplaufwaffen, teilweise auch bei Büchsen.
  • Flügelsicherung: Ein drehbarer Sicherungsflügel, meist im Bereich des Verschlusses. Klassisches Beispiel ist das Mauser-98-System mit 3-Stellungs-Sicherung.
  • Druckknopf- oder Querriegelsicherung: Ein quer laufender Knopf, meist im Bereich des Abzugsbügels. Sie kommt häufig bei Selbstlade- und Vorderschaftrepetierflinten vor. Die genaue Bedienrichtung ist modellabhängig.
  • Handspannung: Die Waffe wird erst unmittelbar vor dem Schuss bewusst gespannt und danach wieder entspannt. Handspannsysteme gelten als besonders sichere Lösung, weil die Schlagfeder im entspannten Zustand bleibt. Ein bekanntes Beispiel ist die Blaser R8.

Automatische Sicherungen

Neben manuell bedienbaren Sicherungen gibt es automatische oder innenliegende Sicherungseinrichtungen. Nicht jede Jagdwaffe besitzt alle diese Systeme.

  • Automatische Sicherung bei manchen Kipplaufwaffen: Bei bestimmten Flinten oder Kipplaufwaffen springt die Sicherung beim Öffnen der Waffe automatisch in die Stellung „gesichert“. Das ist modellabhängig.
  • Spannraste oder Sicherheitsrast: Sie fängt Hahn oder Schloss ab, wenn diese ohne gewollte Schussabgabe vorschnellen.
  • Schlagbolzensicherung: Sie blockiert den Schlagbolzen mechanisch und verhindert, dass dieser ungewollt auf das Zündhütchen trifft.

3-Stellungs-Sicherung (Mauser 98)

Die klassische 3-Stellungs-Sicherung des Mauser-98-Systems hat drei Funktionsstellungen. Für die Prüfung sollte man die Stellungen nicht nur mit „links“ oder „rechts“ lernen, sondern vor allem über ihre Funktion.

[Vergleichstabelle:

Spalte 1 Spalte 2 Feuerstellung / entsichert Die Waffe ist schussbereit! Ladestellung Der Schlagbolzen ist gesichert, die Kammer kann zum Laden oder Entladen geöffnet werden Gesichert Schlagbolzen und Kammer sind blockiert.

[Bild: https://ibfhfxobisazdywjqxka.supabase.co/storage/v1/object/public/bilder/anleitungen/mauser-98-fluegelsicherung-funktion-handhabung-v3.png Mauser 98 Flügelsicherung – Funktion und Handhabung h:370

Die Abbildung zeigt die drei Stellungen der Mauser-98-Flügelsicherung anschaulich: Feuerstellung, Ladestellung und gesicherte Stellung. Besonders prüfungsrelevant ist die Ladestellung, weil hier die Waffe gesichert bleibt, die Kammer zum Entladen aber geöffnet werden kann.

Sicherheitsreihenfolge

1. Waffe nur laden, wenn der jagdliche Einsatz unmittelbar bevorsteht. 2. Wild eindeutig ansprechen und den Kugelfang prüfen. 3. Erst unmittelbar vor dem Schuss entsichern oder spannen. 4. Finger erst dann an den Abzug nehmen, wenn die Schussentscheidung gefallen ist. 5. Wenn doch nicht geschossen wird: sofort wieder sichern oder entspannen. 6. Nach dem Schuss und vor jedem Standortwechsel: Waffe sichern oder entspannen, öffnen und entladen.

Typische Prüfungsfragen

  • Welche Sicherungen gibt es an Jagdwaffen?
  • Was ist eine Handspannung?
  • Welche Funktion hat die 3-Stellungs-Sicherung des Mauser-98-Systems?
  • Was ist eine Schlagbolzensicherung?
  • Was ist eine Spannraste?
  • Warum ersetzt eine Sicherung niemals die Regeln sicherer Waffenhandhabung?

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