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Lexikon
Wildbiologie·Hohe Prüfungsrelevanz

Schnepfenbalz

Dämmerungsbalzflug des männlichen Waldschnepfenmännchens (Schnepfenstrich) entlang fester Flugwege.

Die Schnepfenbalz bezeichnet den charakteristischen Dämmerungsbalzflug des Waldschnepfenmännchens (sog. Strich). In der Dämmerung fliegt das Männchen lautgebend entlang fester Flugwege (Strichwege) durch den Wald, um Weibchen anzulocken. Die Laute bestehen aus einem quorrenden Tiefton und einem hohen Piepen. Der Schnepfenstrich findet von März bis Juli statt.

Balzverhalten und Flugwege

Das Waldschnepfenmännchen fliegt in der Dämmerung (ca. 20–45 Minuten nach Sonnenuntergang und kurz vor Sonnenaufgang) auf festen Flugwegen (Strichwegen) durch den Wald. Dabei gibt es abwechselnd quorrende Tieftöne (ähnlich einem Froschquaken) und hohe, piepsende Laute von sich. Weibchen, die bodennah sitzen, antworten mit einem hohen Pfiff. Das Männchen landet beim Weibchen zur Paarung und fliegt danach die Striche weiter. Mehrere Männchen können dieselben Strichwege nutzen.

Beobachtung und Jagd

Der Schnepfenstrich ist für Vogelbeobachter und Jäger gleichermaßen interessant. Jäger warten an Strichwegen in der Dämmerung auf streichende Schnepfen – eine klassische und anspruchsvolle Jagdform. Das Erkennen der Lautkombination (Quorr-Quorr-Pfiiiit) ist für die sichere Anspreche notwendig. In vielen Bundesländern ist die Jagd während des Frühjahrsstrichs verboten oder stark eingeschränkt, um Brutvögel zu schonen. Nur die Herbstjagd auf Durchzügler ist in den meisten Bundesländern geöffnet.

Prüfungswissen

Die Schnepfenbalz ist in der Jägerprüfung als besonderes Verhaltensmerkmal der Waldschnepfe prüfungsrelevant. Merke: Strich = Balzflug des Waldschnepfenmännchens in der Dämmerung. Zeitraum: März bis Juli (Frühjahrsstrich), Herbst (Zugstrich). Erkennungslaute: Quorren + Piepen. Viele Bundesländer schützen den Frühjahrsstrich; Herbstjagd auf Zugschnepfen ist zulässig. Jäger müssen Strich-Standort und Flugrichtung kennen.