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Lexikon
Wildbiologie·Hohe Prüfungsrelevanz

Schnepfe

Waldschnepfe (Scolopax rusticola); in Deutschland jagdbarer Zugvogel; Charaktervogel feuchter Laubwälder.

Die Waldschnepfe (Scolopax rusticola) ist ein mittelgroßer Watvogel, der in feuchten Laubwäldern brütet und als Zug- und Wintergast in Deutschland auftritt. Sie ist eine der wenigen Vogelarten auf der deutschen Jagdliste. Bekannt ist sie durch ihren spektakulären Balzflug (Schnepfenstrich) in der Dämmerung. Ihr langer Schnabel ist ein hochspezialisiertes Werkzeug zur Erdbohrtechnik.

Bestimmungsmerkmale und Ökologie

Die Waldschnepfe (Scolopax rusticola) ist 33–38 cm lang und braun-beige gesprenkelt – eine perfekte Tarnung auf dem Waldboden. Ihr langer, gerader Schnabel (ca. 7–9 cm) ist an der Spitze biegsam und mit Mechanorezeptoren ausgestattet; damit ertastet sie Regenwürmer im Boden. Die Augen sitzen weit oben und hinten am Kopf – das Tier hat ein nahezu rundum Sichtfeld (360°). Dämmerungs- und nachtaktiv; flüchtet lautlos aus dem Boden auf.

Verbreitung und Zugverhalten

Die Waldschnepfe brütet in borealen und gemäßigten Laubwäldern von Großbritannien bis Japan. In Deutschland als Brutvogel in feuchten Mischwäldern; als Zugvogel im Frühling (März–April) und Herbst (Oktober–November) in größerer Zahl durchziehend. Überwinterung im Mittelmeerraum, Westafrika und Westeuropa. Zugverhalten stark wetterabhängig: Einsetzendes Frost-Wetter im Norden löst Massenzüge aus.

Jagdrecht und Schonzeiten

Die Waldschnepfe steht auf der Jagdliste nach § 2 BJagdG. Die Jagdzeit variiert nach Bundesland: In den meisten Bundesländern nur Herbst (Oktober–Dezember); einige Länder haben eine kurze Frühjahrsöffnung (Strich). Der Schnepfenstrich (Balzflug der Männchen) im Frühjahr ist aus Artenschutzgründen weitgehend geschützt; Bejagung während der Brutzeit ist in Deutschland verboten. FACE (European Federation of Associations for Hunting and Conservation) setzt sich für regulierte EU-weite Schnepfenjagd ein.