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Lexikon
Hege·Niedrige Prüfungsrelevanz

Schmarotzerpflanze

Parasitische oder halbparasitische Pflanze, die andere Pflanzen als Wirt nutzt und schädigt.

Schmarotzerpflanzen (Parasiten und Halbparasiten) entziehen anderen Pflanzen Wasser, Mineralstoffe oder organische Substanzen. Im jagdlichen Revier können sie Habitatbäume (z.B. Obstbäume durch Mistel), Futterpflanzen oder junge Forstpflanzungen schädigen. Ihre Kenntnis ist für die Biotoppflege und Hegemaßnahmen relevant.

Arten und Unterscheidung

Vollparasiten entnehmen dem Wirt alle Nährstoffe: Kleeseide (Cuscuta europaea), Sommerwurz (Orobanche). Halbparasiten betreiben Photosynthese, entziehen aber Wasser und Mineralien: Misteln (Viscum album) auf Laubbäumen und Kiefern, Wachtelweizen (Melampyrum), Klappertopf (Rhinanthus). Misteln auf alten Obstbäumen sind weit verbreitet; sie schwächen den Wirt, können ihn aber selten allein töten. Im Forst schwächen Halbparasiten Junganpflanzungen.

Bedeutung für Hege und Biotop

Im Revier sind Schmarotzerpflanzen in erster Linie bei der Pflege von Habitatbäumen (Apfelbäume für Rotwild, Schlehen und Weißdorn als Vogelgehölze) relevant. Stark mit Misteln befallene Bäume sollten durch Schnitt entlastet werden; Vollparasiten in Wildäckern oder Gehölzanpflanzungen sind zu bekämpfen. Andererseits haben Misteln auch ökologischen Wert: Die Mistelfrüchte sind Nahrung für Drosseln (Mistel-Verbreiter) und andere Vögel im Winter.

Prüfungswissen

Schmarotzerpflanzen können in der Prüfung im Kontext der Ökologie oder Biotoppflege erscheinen. Merke: Mistel (Viscum album) ist der bekannteste jagdlich relevante Halbparasit. Vollparasiten wie Kleeseide können in Wildäckern Schäden anrichten. Die Unterscheidung von Voll- und Halbparasiten (Photosynthese ja/nein) ist botanisches Grundwissen.