Sauhatz
Historische Jagdform; Hatz auf Schwarzwild mit Meuten von Hetzhunden.
Die Sauhatz bezeichnet eine historische Form der Schwarzwildjagd, bei der Meuten speziell ausgebildeter Hetzhunden das Wild stellen und zur Strecke bringen oder aufhalten, bis der Jäger den Fangschuss abgibt. In Deutschland war die Hatz eine der beliebtesten höfischen Jagdformen und gilt heute als Vorläufer moderner Drückjagden mit Stöberhunden.
Historische Bedeutung
Die Sauhatz war vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert eine privilegierte Jagdform des Adels. Mit Hundemeuten, oft aus speziellen Hetzhunderassen (Bracken, Windhunde, später Doggen), wurde das Wildschwein über große Distanzen gestellt. Der Waidmann erledigte das gestellte Wild dann mit Speer (Sauspiess), Weidmesser oder Schusswaffe. An Fürstenhöfen wurden eigens Saujäger und Hundemeuten für diese Form unterhalten.
Heutige Relevanz
In Deutschland ist die klassische Hatz im Sinne eines quälenden Hetzens von Wild nach § 1 TierSchG und § 19 BJagdG nicht erlaubt. Moderne Drückjagden auf Schwarzwild mit Stöber- und Laufhunden stehen in einer direkten Tradition, sind aber reguliert: Hunde müssen spurlaut arbeiten, Wild gezielt aufsuchen und stellen, ohne es unnötig zu quälen. Die Unterscheidung zwischen erlaubtem Stöberhundeeinsatz und verbotener Hatz ist jagdrechtlich bedeutsam.
Prüfungswissen
Für die Jägerprüfung ist die Sauhatz primär als historischer Begriff relevant. Merke: Jagd mit Hunden auf Schwarzwild ist heute als geregelte Drückjagd erlaubt; Hetzen bis zur Erschöpfung ist verboten (Tierschutzrecht). Der Unterschied zwischen Drückjagd, Treib- und Stöberjagd sowie das Verbot der Hatz im eigentlichen Sinne kann abgefragt werden.
Verwandte Begriffe