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Lexikon
Wildbiologie·Niedrige Prüfungsrelevanz

Hamsterbau

Unterirdisches Gangsystem des Europäischen Feldhamsters zur Überwinterung und Vorratshaltung.

Der Hamsterbau ist das charakteristische unterirdische Gangsystem des Europäischen Feldhamsters mit Schlaf-, Vorrats- und Fluchtröhren. Er ist ein wichtiges Pirschzeichen und zeigt die Anwesenheit dieser stark gefährdeten Art im Revier an. Der Bau kann bis zu 2 m tief und mehrere Meter lang sein.

Definition

Der Hamsterbau ist das unterirdische Gangsystem, das der Europäische Feldhamster (Cricetus cricetus) anlegt. Er besteht aus einer senkrechten Einstiegsröhre (Schlupfloch), einem geneigten Schlupf für den schnellen Notabgang, mehreren Vorratsräumen (für Getreide, Wurzeln) und einer Schlafkammer. Die Tiefe beträgt 0,5–2 m, die Gesamtlänge kann mehrere Meter erreichen.

Erkennungsmerkmale

Der Hamsterbau ist an der charakteristischen Anlage erkennbar: senkrechtes Einstiegsloch (ca. 6–8 cm Durchmesser) mit wenig Erdaushub, dazu ein schräg verlaufendes Notschlupfloch. Im Gegensatz zum Maulwurfshaufen gibt es keinen aufgeworfenen Erdhügel über dem Bau. Der Bau befindet sich bevorzugt in tiefgründigen Lehmböden auf Ackerflächen.

Prüfungswissen

In der Jägerprüfung: Hamsterbau als Pirschzeichen für die Anwesenheit des Feldhamsters. Merke: Feldhamster = streng geschützt (BNatSchG § 44), FFH-Richtlinie. Hamsterbau ≠ Maulwurfshügel (kein aufgeworfener Haufen). Der Fund eines Hamsterbaus sollte der Naturschutzbehörde gemeldet werden.