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Lexikon
Wildbiologie·Niedrige Prüfungsrelevanz

Grauhörnchen

Invasive Eichhörnchenart (Sciurus carolinensis) aus Nordamerika; Konkurrent des heimischen Roteichhörnchens.

Das Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) ist eine invasive Fremdart aus Nordamerika, die in Großbritannien und Teilen Europas eingebürgert wurde. Es verdrängt durch Nahrungskonkurrenz und Virusübertragung das heimische Rote Eichhörnchen und ist in der EU als invasive Art eingestuft.

Definition

Das Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) ist eine nordamerikanische Eichhörnchenart, die Ende des 19. Jahrhunderts in Großbritannien eingeführt wurde und sich dort stark ausgebreitet hat. Es ist deutlich größer und robuster als das Europäische Roteichhörnchen (Sciurus vulgaris). Das Fell ist graubraun, ohne die rote Färbung des heimischen Eichhörnchens.

Problematik als invasive Art

Das Grauhörnchen gilt als eine der schädlichsten invasiven Säugetierarten Europas. Es konkurriert mit dem Roten Eichhörnchen um Nahrung und Lebensraum und ist Überträger des Eichhörnchenpocken-Virus (Squirrelpox), der für das Rote Eichhörnchen tödlich ist, das Grauhörnchen selbst aber kaum schädigt. In Großbritannien wurde das Rote Eichhörnchen dadurch fast vollständig verdrängt.

Rechtliche Einordnung

Das Grauhörnchen ist in der EU-Verordnung 1143/2014 als invasive gebietsfremde Art gelistet. Haltung, Zucht und Auswilderung sind verboten. In Gebieten, wo es vorkommt, ist die aktive Bekämpfung nach EU-Recht verpflichtend. In Deutschland ist es bisher kaum anzutreffen; sollte es gefangen werden, darf es nicht freigelassen werden.