Geweihabwurf
Jährliches Abwerfen der Geweihe durch männliche Cerviden; eingeleitet durch sinkenden Testosteronspiegel.
Der Geweihabwurf ist der jährliche, hormonell gesteuerte Prozess, bei dem Cerviden (Rothirsch, Damhirsch, Rehbock) ihr vollständig verknöchertes Geweih verlieren. Er markiert den Beginn eines neuen Geweihzyklus. Abgeworfene Geweihe werden als Abwurfstangen bezeichnet und können gesammelt werden.
Definition
Der Geweihabwurf ist der physiologische Vorgang, bei dem männliche Cerviden das verknöcherte Geweih an der Trennungszone oberhalb der Geweihrose verlieren. Er wird durch den fallenden Testosteronspiegel nach der Brunft ausgelöst. Beide Stangen werden meist innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen abgeworfen. Das neue Geweih beginnt sofort im sogenannten Bast nachzuwachsen.
Zeitpunkte des Abwurfs
Beim Rothirsch erfolgt der Geweihabwurf typischerweise von Februar bis April; junge Hirsche werfen früher ab als alte. Beim Rehbock werfen alte Böcke am frühesten ab (Oktober–Dezember), junge Böcke später (Januar–März). Dieser Unterschied erlaubt Rückschlüsse auf das Alter des Bockes und ist für die Jagdplanung relevant.
Prüfungswissen
Prüfungsrelevant: Rothirsch-Abwurf Februar–April; Rehbock: alte Böcke Oktober–Dezember, junge Böcke Januar–März. Abgeworfene Stange = 'Abwurfstange'. Das neue Geweih wächst im Bast nach. Merke: Hornträger (Gams, Muffel, Steinbock) werfen ihr Gehörn NICHT ab – das ist das entscheidende Unterscheidungsmerkmal.
Verwandte Begriffe