Jagdhunde

Nachsuche

Die Nachsuche ist die Suche nach angeschossenem (krankem) Wild mit einem ausgebildeten Jagdhund. Sie ist eine waidmännische Pflicht und dient der Verkürzung …

ca. 18 Min. Aktualisiert am 10.6.2026 Redaktion & Prüfung

Die Nachsuche ist die Suche nach angeschossenem (krankem) Wild mit einem ausgebildeten Jagdhund. Sie ist eine waidmännische Pflicht und dient der Verkürzung des Leidens. Jeder Schuss, bei dem das Wild nicht im Feuer liegt, erfordert eine Nachsuche. Die Zusammenarbeit zwischen Hundeführer und Schweißhund ist dabei eine der anspruchsvollsten Aufgaben der Jagd.

Grundlagen

  • Einfache Nachsuche: Reichlich Schweiß, deutliche Pirschzeichen → ein ausgebildeter Jagdhund reicht
  • Schwierige Nachsuche: Wenig Schweiß, ungünstige Bedingungen (Hitze, Frost, lange Stehzeit) → Schweißhundegespann erforderlich
  • Nachsuchengespann: Hundeführer mit ausgebildetem Schweißhund, Hundeführer benötigt gültigen Jagdschein

§ 3 TierSchG: Hetzen von Tieren auf andere Tiere ist grundsätzlich verboten. Ausnahme: Waidgerechte Jagdausübung. Schnallen des Hundes erst am warmen Wundbett erlaubt.

Ablauf der Nachsuche 1. Beginn am Anschuss: Schusszeichen und Pirschzeichen beurteilen 2. Wartezeit einhalten: Je nach Trefferlage 30 Minuten bis über Nacht 3. Arbeit am Schweißriemen: Bevorzugt vor freier Suche (kontrollierter) 4. Sofortige Nachsuche nur bei sicher tödlichem Schuss oder Krellschuss 5. Bei Dunkelheit: Nachsuche nur bei sicher tödlichem Schuss

[Bild: /images/abbildungen/sg2/nachsuche_schema.png Nachsuche Ablauf Schema Wundfährte: Anschuss, Wartezeit, Riemenarbeit, Hund, Hundeführer, Schweißhund, Fährtenhund, Stöberhund, Nachsuchenverein, Wundfährte, Fund, Strecke, bringen, Totblaser, Nachsuchengespann, waidgerecht, Pirschzeichen, Schweißarbeit, Führriemen

Verweisarten

Der Hund zeigt dem Führer den Fund des Wildes an: • Totverbellen (Standlaut): Hund bleibt am verendeten Wild und gibt Standlaut bis der Führer kommt. Tiefe, rhythmische Laute. • Totverweisen: Hund kehrt zum Führer zurück und zeigt durch auffälliges Verhalten (Springen, Laut geben, Hinlaufen) den Fundort an • Bringselverweisen: Hund nimmt das Bringsel (Leder- oder Holzstück am Halsband) in den Fang und kehrt zum Führer zurück. Zeigt den Fund des Wildes an, ohne den genauen Ort preiszugeben (leise Methode!)

[Vergleichstabelle: Verweisarten Verweisart Beschreibung Vorteil Nachteil Totverbellen Standlaut am Wild Hund bleibt beim Wild Laut, Wild kann gestört werden Totverweisen Rückkehr, auffälliges Verhalten Führer wird sofort informiert Kann missverstanden werden Bringselverweisen Bringsel im Fang, Rückkehr Leise, diskret, zuverlässig Erfordert spezielle Ausbildung

Lautarten des Hundes

  • Standlaut: Tiefe, rhythmische Laute beim Verbellen von gestelltem oder verendetem Wild (GEWÜNSCHT)
  • Spurlaut: Helle Laute beim Verfolgen einer Fährte ohne Sichtkontakt (GEWÜNSCHT bei Bewegungsjagden)
  • Sichtlaut: Laut geben nur bei Anblick von Wild (bedingt gewünscht)
  • Waidlaut: Laut geben ohne Wild oder Witterung (NICHT GEWÜNSCHT, schwerer Fehler)

Wildschärfe

Wildschärfe ist die Fähigkeit und Bereitschaft des Hundes, krankes Niederwild niederzuziehen und stärkeres Schalenwild zu stellen und zu verbellen. Sie ist bei der Nachsuche unverzichtbar, besonders beim Schwarzwild.

Hilfsmittel

  • Schweißhalsung: Breites, nicht würgendes Halsband mit Wirbel für den Schweißriemen
  • Schweißriemen: Reißfester Riemen, 6–12 m Länge, am Ende mit Handschlaufe
  • Fährtenschuhe: Zum Anlegen von Übungsfährten (Kunstfährten)

Waidmannssprache der Nachsuche

  • Wundfährte/Rotfährte: Fährte des angeschweißten Wildes
  • Wundbett: Lager, in dem sich das kranke Wild niedergetan hat
  • Bögeln: Bogen schlagen zum Wiederauffinden einer verlorenen Fährte
  • Genossen machen: Belohnung des Hundes mit Schweiß oder Aufbruch
  • Schnallen: Hund vom Riemen lassen für die freie Hetze

Einfache und erschwerte Nachsuche

Nicht jede Nachsuche ist gleich schwierig. Eine kurze Totsuche nach sicherem Kammerschuss unterscheidet sich deutlich von einer langen Riemenarbeit nach Lauf-, Waidwund- oder Krellschuss. Bei schwierigen Fällen ist früh ein erfahrenes Nachsuchengespann hinzuzuziehen, statt durch unruhiges Suchen die Wundfährte zu vertreten oder krankes Wild erneut hochzumachen.

  • Anschuss merken und sichern
  • Zeichnen, Fluchtrichtung und Pirschzeichen notieren
  • Wartezeit nach Trefferlage einhalten
  • Hund am langen Riemen ruhig ansetzen
  • bei unsicherem Treffer nicht selbst experimentieren
  • Nachsuchengespann rechtzeitig verständigen

Typische Prüfungsfragen

1. Was ist der Unterschied zwischen Totverbellen und Bringselverweisen? 2. Was bedeutet Waidlaut und warum ist er unerwünscht? 3. Was ist ein Schweißhundegespann? 4. Wann darf sofort nachgesucht werden?

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