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Lexikon
Hege·Hohe Prüfungsrelevanz

Selektion

Gezielte Auswahl beim Abschuss nach Alter, Geschlecht und Kondition zur Förderung gesunder Wildpopulationen.

Unter Selektion versteht man in der Jagd die bewusste Auswahl derjenigen Stücke, die abgeschossen werden, um die Wildpopulation in Alter, Geschlecht, Kondition und genetischer Qualität positiv zu beeinflussen. Selektive Bejagung fördert vitale, altersstrukturierte Populationen und vermeidet kontraselektive Effekte (Entnahme der stärksten Stücke). Sie ist Grundlage jeder nachhaltigen Hegejagd.

Prinzipien der Selektion

Selektive Jagd folgt dem Prinzip: Schwache, kranke, überalterte oder durch Überschuss nicht reproduktionsnützliche Stücke werden bevorzugt entnommen; starke, gesunde, reproduktionsfähige Stücke werden verschont. Bei Rotwild: Alte Stücke und schwache Tiere entnehmen, kräftige Jungtiere in der richtigen Anzahl. Bei Rehwild: Schwache Böcke im richtigen Alter entnehmen, starke Leitböcke schonen. Bei Schwarzwild: Frischlinge und Überläufer intensiv bejagen, um Populationswachstum zu kontrollieren.

Anwendung im Revier

Selektive Bejagung erfordert gute Artenkenntnis und Ansprachevermögen: Altersklasse, Geschlecht und Gesundheitszustand müssen vor dem Schuss sicher beurteilt werden. Hegeschauen, Streckenauswertungen und Populationsanalysen helfen, Selektionserfolge zu messen. Kontraselektive Jagd (nur Trophäenstücke entnehmen) verschlechtert die Sozialstruktur und kann zu Selektionsnachteil führen (Entnahme der genetisch stärksten Individuen). Abschusspläne müssen Selektionsziele berücksichtigen.

Prüfungswissen

Selektion ist ein Kernthema der Hegekunde in der Jägerprüfung. Merke: Selektive Jagd = Entnahme nach biologischen Kriterien. Kontraselektive Jagd = Entnahme der Besten (z.B. nur Trophäenböcke) = biologisch falsch. Positive Selektion fördert Vitalität und natürliche Sozialstruktur. Abschusspläne für Schalenwild basieren auf Selektionsprinzipien (Altersklassen, Geschlechterverhältnis).