Schlafplatz
Tages- oder Nachtlager des Wildes; art- und individualspezifisch gewählter Ruheplatz.
Als Schlafplatz bezeichnet man den regelmäßig oder gelegentlich genutzten Ruhe- und Schlafplatz von Wild. Abhängig von der Art wählen Tiere unterschiedliche Strukturen: Rehwild drückt sich in Deckungsstrukturen nieder, Schwarzwild legt Kessel (Lager) an, Rabenvögel schlafen in Baumkronen. Die Kenntnis von Schlafplätzen ist für die erfolgreiche Pirsch und Ansitzwahl von Bedeutung.
Schlafverhalten verschiedener Wildarten
Rehwild drückt sich tagsüber an windgeschützten, bedeckten Stellen nieder (Waldränder, Felder, Gebüsch) und wechselt regelmäßig den Schlafplatz, um keine Duftspur anzusammeln. Schwarzwild legt tief ausgeschachtete Kessel (Lager) an, die mit Gras und Zweigen ausgepolstert sind; ganze Rotten nutzen gemeinsam Schlafplätze. Rotwild ruht in Rudeln, oft an exponierten Stellen mit gutem Überblick. Vögel wie Tauben, Krähen und Graureiher nutzen kollektive Schlafbäume.
Bedeutung für die Jagdpraxis
Wer die Schlafplätze kennt, kann Wildwechsel zwischen Einstand und Äsungsflächen besser nutzen. Rehwild wechselt meist eine Stunde vor Einbruch der Dämmerung aus dem Einstand auf die Äsungsfläche – diese Übergangszeit ist ideal für den Ansitz. Schwarzwild verlässt seinen Kessel typischerweise nach Sonnenuntergang. Das Auffinden frischer Lager (Schwarzwildkessel mit Haar, Wärme, Losung) zeigt aktive Einstandsbereiche an.
Prüfungswissen
Schlafplatz und Einstand können in der Prüfung im Kontext von Wildverhalten und Ansitzplanung abgefragt werden. Merke: Der Kessel ist der Schlaf- und Ruheplatz des Schwarzwildes – ein ausgepolstertes, tief eingedrücktes Nest. Das Niederlassen (Eindrücken) des Rehwildes am Tagesruheplatz heißt Drücken oder Einlegen. Wechsel zwischen Einstand und Äsungsplatz folgen Tagesrhythmus und Witterung.
Verwandte Begriffe