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Lexikon
Wildbiologie · Jägersprache·Mittlere Prüfungsrelevanz

Rüssel

Jägersprache für die Nase und Schnauze des Schwarzwildes (Wildschwein).

Der Rüssel ist das ausgeprägte Nasensorgan des Schwarzwildes. Er ist knorpelig verstärkt, hochmobil und dient dem Wildschwein als universelles Werkzeug zum Wühlen, Aufspüren von Nahrung und zur Geruchsorientierung. In der Jägersprache ersetzt der Begriff Rüssel die umgangssprachlichen Bezeichnungen Schnauze oder Nase beim Schwarzwild.

Anatomie und Funktion

Der Rüssel des Wildschweins besteht aus einem knorpelig-knöchernen Nasenbein (Os rostrale), das dem Tier ermöglicht, festes Erdreich aufzuwühlen. Er ist von einem feuchten, empfindlichen Nasenspiegel bedeckt und enthält eine außerordentlich hohe Dichte an Geruchsrezeptoren. Die Riechleistung des Schwarzwildes gilt als die schärfste unter den mitteleuropäischen Wildarten und übertrifft die des Hundes in bestimmten Frequenzbereichen.

Bedeutung für Verhalten und Bejagung

Das Schwarzwild wittert mit dem Rüssel permanent und erkennt Menschen bereits auf Distanzen von über 300 Metern. Für den Jäger bedeutet das: Immer gegen den Wind anpirschen, eigene Körpergerüche minimieren und auf Windwirbel achten. Das Wühlen mit dem Rüssel (Brechen) hinterlässt Einbrüche und Wühlstellen im Boden, die als frische Wildspur erkannt werden können.

Prüfungswissen

In der Prüfung wird der Rüssel als Jägersprach-Begriff für das Schwarzwild abgefragt. Merke: Beim Wildschwein heißt die Schnauze Rüssel, nicht Schnauze oder Nase. Zugehörige Begriffe: Gewaffnung (Hauer), Gefrisch (Losung), Scharte (ältere Suhle), Kessel (Lager). Die Leistung des Rüssels erklärt, warum Windrichtung bei der Schwarzwildjagd absolut entscheidend ist.