Geruchssinn
Hochentwickelter Sinn des Schalenwildes zur Feindwarnung, Kommunikation und Nahrungssuche.
Der Geruchssinn ist bei den meisten jagdbaren Wildtieren der leistungsfähigste Sinn. Er dient der Feindwarnung, Nahrungssuche, Kommunikation und Fortpflanzung. Für den Jäger gilt: konsequentes Beachten der Windrichtung ist unabdingbar, um unbemerkt an Wild heranzukommen.
Definition
Der Geruchssinn ermöglicht Wildtieren, flüchtige chemische Moleküle aus der Luft wahrzunehmen und zu analysieren. Schalenwild wie Reh und Rotwild verfügt über eine Riechschleimhaut, die ein Vielfaches größer ist als die des Menschen. Rehe können Menschenwitterung noch aus mehreren hundert Metern Entfernung aufnehmen, wenn der Wind günstig steht.
Jagdpraktische Bedeutung
Jäger müssen beim Pirschgang, am Ansitz und bei Treibjagden stets die Windrichtung beachten. Wild muss 'gegen den Wind' angegangen werden, d.h. der Jäger stellt sich so auf, dass der Wind von Wild zum Jäger weht. Windanzeiger (Puder, Gras) helfen bei der Orientierung. Eigene Körperdüfte (Schweiß, Parfum, Rauch) sollten minimiert werden.
Prüfungswissen
In der Jägerprüfung: Der Geruchssinn des Wildes ist prüfungsrelevant im Kontext der Ansitz- und Pirschjagd. Merke: Jäger muss immer mit dem Wind ansitzen (Wind vom Wild zum Jäger). 'Winden' = Aufnahme von Gerüchen durch das Wild; 'Wittern' = aktive Geruchswahrnehmung des Wildes.
Verwandte Begriffe