Graben
Geländeeintiefung als Leitlinie für Wildwechsel, Reviergrenze und Lebensraumelement.
Der Graben (Wassergraben, Entwässerungsgraben, Naturgraben) strukturiert Jagdreviere und dient in der Jagdpraxis als Leitlinie für Wildwechsel und als Reviergrenze. Grabenufer mit Vegetation sind wichtige Kleinbiotope. Tiefe Gräben können Wildwechsel behindern und sind Unfallstellen für Jungtiere bei der Mahd.
Definition
Ein Graben ist eine künstliche oder natürliche längliche Vertiefung im Boden zur Wasserableitung, Geländegliederung oder als Grundstücksgrenze. In der Jagdpraxis sind Gräben wichtige topografische Elemente: Wild nutzt Grabenufer und Querungsstellen als feste Wechsel. Tiefe Gräben können für Wild unüberwindbar sein und die Bewegungsräume einschränken.
Jagdpraktische Bedeutung
Gräben in der Agrarlandschaft sind oft die einzigen linearen Strukturelemente, die Wild als Leitlinien nutzt. An Grabenuferböschungen finden sich häufig Fährten, Losung und andere Pirschzeichen. Drückjagdlinien werden oft entlang von Gräben geplant. Tiefe Gräben sind gefährlich für Rehkitze und Jungtiere während der Mahd; Fallwild in Gräben kommt gelegentlich vor.
Prüfungswissen
In der Jägerprüfung: Gräben als Geländemerkmale und Wildwechselelemente. Merke: Wild nutzt Gräben als Leitlinien oder meidet sie als Hindernisse. Gräben mit Ufervegetation sind wichtige Kleinbiotope für Hasen, Rebhühner und Bodenbrüter. Revierkenntnis schließt das Wissen über Querungsstellen von Gräben ein.
Verwandte Begriffe