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Lexikon
Wildbiologie·Mittlere Prüfungsrelevanz

Schneehuhn

Lagopus muta; Hochalpenvogel; streng geschützt, in Deutschland nur in den Bayerischen Alpen vorkommend.

Das Alpenschneehuhn (Lagopus muta) ist ein im Gebirge lebender Hühnervogel, der sich durch saisonalen Gefiederwechsel perfekt an die alpine Umgebung angepasst hat. Es ist in Deutschland ausschließlich in den Bayerischen Alpen (Zugspitze, Berchtesgadener Alpen) oberhalb der Baumgrenze anzutreffen. Als streng geschützte Art nach § 44 BNatSchG und EU-Vogelschutzrichtlinie ist es in Deutschland vollkommen jagdverboten.

Bestimmungsmerkmale und Ökologie

Das Alpenschneehuhn ist ein kompakter Hühnervogel (Gewicht 400–600 g, Länge 33–38 cm) mit stark befiederter Zehen – eine Anpassung an die Fortbewegung im Schnee. Das Gefieder wechselt dreimal jährlich: Im Sommer braun gesprenkelt zur Tarnung auf Fels und Gras, im Herbst zunehmend grau, im Winter vollständig weiß mit schwarzer Zügelstreifen. Es lebt in der alpinen Fels- und Schuttzone oberhalb 1.800–2.000 m, im Winter etwas tiefer. Nahrung: Knospen, Triebe, Beeren, Insekten.

Verbreitung und Gefährdung

In Deutschland ist das Schneehuhn auf die Hochlagen der Bayerischen Alpen beschränkt, wo es als Reliktpopulation aus der letzten Eiszeit gilt. Weltweit kommt Lagopus muta in Arktis, Subarktis und hochalpinen Regionen Europas, Asiens und Nordamerikas vor. In Deutschland ist der Bestand klein und isoliert (Schätzungen: wenige hundert Individuen). Hauptbedrohungen: Klimawandel (Verschiebung der Schneegrenze, Vegetationsausdehnung) und Tourismus (Skifahren, Paragliding in Brutgebieten).

Schutzstatus und Jagdrecht

Das Alpenschneehuhn ist in Deutschland streng geschützt nach Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie (2009/147/EG) und § 44 BNatSchG. Es steht nicht auf der deutschen Jagdliste; eine Bejagung ist untersagt. Das Stören an Brutstätten und Schlafplätzen ist ebenfalls verboten. In anderen Alpenländern (Österreich, Frankreich) besteht eine regulierte Jagdsaison auf das Schneehuhn, in Deutschland nicht. Jäger müssen die Art sicher erkennen, um Verwechslung mit jagdbarem Geflügel auszuschließen.