Schneedecke
Auflage von Schnee auf dem Boden; beeinflusst Nahrungsverfügbarkeit, Wildverhalten und Abschusskontingente.
Die Schneedecke ist eine andauernde Auflage von Schnee auf dem Boden, die die Nahrungsaufnahme von Schalenwild erheblich einschränkt. Sie ist ein entscheidender ökologischer Faktor, der Verhalten, Wanderung und Energiehaushalt des Wildes beeinflusst. Anhaltende Schneedecken führen zu Wildnot, erhöhen den Verbissdruck und können Fütterungsmaßnahmen erforderlich machen.
Auswirkungen auf das Wild
Bei einer Schneedecke von mehr als 15–20 cm können Rehwild und Rotwild die Bodenvegetation nicht mehr erreichen. Sie wechseln auf Verbiss an Bäumen und Sträuchern (Rinde, Knospen, Zweige) – was zu erhöhtem Waldschaden führt. Schwarzwild kann mit dem Rüssel durch weniger harten Schnee wühlen und ist weniger beeinträchtigt. Rehe verlieren bei anhaltender Schneedecke schnell Körpermasse und Energiereserven; Lämmer (Kitze) und Jährlinge sind am stärksten gefährdet. Wildwanderungen in tiefere Lagen nehmen zu.
Reaktionen des Jagdwesens
Bei anhaltender Schneedecke können Forstbehörden und Landesjagdgesetze Notfütterung erlauben oder anordnen. Der Hegerauftrag (§ 1 BJagdG) schließt die Vermeidung von Wildnot ein. Zusatzfütterungen (Heu, Mais, Rüben) sollen das Wild über kritische Phasen bringen. Gleichzeitig kann intensiver Schnee die Jagd auf bestimmte Arten erleichtern (Spurjagd) oder unmöglich machen (Stöberjagd in Tiefschnee). Abschussplanung muss Schneejahre und ihre Auswirkungen berücksichtigen.
Prüfungswissen
Die Schneedecke ist im Kontext von Wildverhalten, Wildfütterung und Abschussplanung prüfungsrelevant. Merke: Anhaltende Schneedecke = erhöhter Verbissdruck = mögliche Notfütterung. Die Entscheidung zur Fütterung liegt beim Jagdausübungsberechtigten, muss aber mit den Landesvorschriften übereinstimmen. Faustregel: Unter 15–20 cm Schneeauflage kein akuter Fütterungsbedarf; darüber situationsabhängig prüfen.
Verwandte Begriffe